Gianna Wemmer: Wenn die Eltern sterben und das Wunder ausbleibt

Shownotes

Gianna Wemmer ist 16 Jahre alt, als sich ihre Mutter das Leben nimmt. Der Suizid verändert alles. 7 Jahre später stirbt ihr Vater an Krebs. Wunder bleiben aus. Beide Male. Wie Gianna all das erlebt hat und wie sie trotzdem hoffen kann – darüber reden wir heute.

Hinweis: Wenn dich diese Folge belastet oder du selbst mit Suizidgedanken kämpfst, hol dir bitte Hilfe. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr anonym und kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 sowie auf www.telefonseelsorge.de. In akuten Notfällen wende dich bitte an den Notruf 112.

Giannas Buch findest du hier: https://www.scm-shop.de/wenn-das-wunder-ausbleibt.html

Transkript anzeigen

00:00:00: Dann kam die Feuerwehr, die haben die Tür eingeschlagen.

00:00:03: Und dann hab ich irgendwann meinen Vater ungehört, wer gerufen hat nach meiner Mama und dann kam er aber hoch und hat gesagt, Mama ist

00:00:18: tot.".

00:00:21: Der Suizid verändert alles.

00:00:30: Sieben Jahre später stirbt ihr Vater an Krebs, es ist das Jahr in dem Chana heiratet.

00:00:37: Beide Male bleiben Wunder aus.

00:00:39: Wunder stellen sich nicht ein und wie sie all das erlebt hat und wie die damit umgeht und trotzdem hoffen kann darüber reden wir heute.

00:00:47: Chana herzlich willkommen!

00:00:48: Ja hallo vielen vielen dank dass ich da sein darf.

00:00:50: schön dass du da bist.

00:00:52: Du hast ein Buch geschrieben über deine Geschichte Für Mama und Papa.

00:00:59: Und für all diejenigen, die aufgehört haben an Wunder zu glauben.

00:01:03: Glaubst du noch an Wunde?

00:01:05: Ja!

00:01:05: Ich sitze heute hier und sage ich glaube definitiv noch an wunder auch wenn das eine Reise war dahin zu kommen zu sagen ich glaube wieder Anwunder weil es gab Momente wo ich sagen würde da habe nicht Anwohner geglaubt.

00:01:17: Das kann man nur gut verstehen.

00:01:19: dass das Buch hat ja auch den Titel wenn das Wunder ausbleibt auf das du vielleicht gehofft hast oder dass du dir ersehnt hast und geglaubt hast, aber es war nie so.

00:01:28: Das hat dich schon aus der Bahn geworfen ist viel zu leicht gesagt.

00:01:34: eigentlich findet man gar keine Worte für das was du erlebt hast.

00:01:37: Es hat mich auf jeden Fall tief erschüttert in jeglicher Hinsicht.

00:01:42: Nimm uns mal hinein in deine Geschichte Und erzähl wie das so geschehen ist.

00:01:47: Deine Mama hatte eine Versteckte Depression.

00:01:51: Ja, so kann man es definitiv nennen versteckt.

00:01:54: also.

00:01:54: ich bin wirklich ganz ganz normal wie man sagen könnte aufgewachsen.

00:01:59: Ich bin im behüteten Elternhaus aufgewachsen mit Geschwistern und einer fröhlichen energievollen Mutter Und du hast

00:02:06: ein Bruder ohne Schwester.

00:02:07: genau ja ich habe eine kleine kleine Schwestern großen Bruder und Ja das war wirklich alles ganz ganz typisch.

00:02:15: Und dann hat es so drei Monate vor ihrem eigentlichen Suizid angefangen, dass sie körperliche Beschwerden hatte.

00:02:21: Dass sie Schlafmangel hatte.

00:02:23: Da ist eine OP vorausgegangen aber eine sehr routinierte OP eigentlich nichts Besonderes Aber da kam einfach jede Menge körperliches Symptome und dann der Schwachheit.

00:02:34: Sie hatte eine Züste am Eierstock?

00:02:35: Genau!

00:02:36: Einfach ne Diagnose die aber jetzt nicht dramatisch war... Überhaupt nicht!

00:02:39: ...und dann kam das andere dazu so müde war, sich zurückgezogen.

00:02:43: Genau, keinen Abitit mehr sehr stark abgenommen hat und dann einfach auch sowohl körperlich als auch seelisch nicht mehr so belastbar war kann ich sagen.

00:02:52: Und das habe ich schon gemerkt dass mein Mama sich da irgendwie verändert hat zurückgezogen hat.

00:02:55: wir haben nicht mehr viel gemeinsam unternommen der Alltag wurde ein bisschen herausfordernder aber auch jetzt nicht.

00:03:02: nicht dass ich sagen würde sie lag von morgens bis abends im Bett und man hat sich gefragt ist jetzt depressiv.

00:03:08: Sondern einfach viel, dass so zusammenkamen.

00:03:11: Irgendwann stand dann schon mal im Raum auch dieses Wort... Es ist eine psychische Herausforderung.

00:03:17: Ist da vielleicht ne Depression?

00:03:19: Obwohl ich jetzt sagen muss das Wort Depression selbst habe ich wahrscheinlich nie gehört.

00:03:23: Du warst damals ja auch fünfzehn Jahre alt du standest kurz vor dem Realschulabschluss oder in diesem Frühjahr.

00:03:29: halt eigentlich ein sehr hoffnungsvoller Moment oder sehr zukunfts.

00:03:34: Das ist einfach eine normale Teenagerzeit so.

00:03:37: und wenn dann die Mama so ein bisschen müde ist, ja dann ist es.

00:03:41: irgendwie kannst du nicht so recht einordnen.

00:03:43: aber ist jetzt kein Alarmzeichen erst mal?

00:03:46: Ja definitiv und mein unsere Eltern haben da auch offen darüber gesprochen über ihre Symptome die da waren und man kann vielleicht noch dazu sagen ich bin auch mit einem Glauben aufgewachsen an den Gott

00:04:00: christliche

00:04:01: Familie auch wichtig zu wissen, weil das einfach einen Hintergrund zeigt.

00:04:06: Meine Eltern haben mir beigebracht wenn du betest für Dinge dann hört Gott dich und dann wird deine Gebete auch erhören

00:04:14: Dann wird es gut.

00:04:16: also wenn's ein Problem gibt

00:04:17: zumindest habe ich das damals so verstanden als Kind.

00:04:19: das heißt ich wusste ja okay jetzt lebt die Mama nicht so gut dann kann ich erbeten

00:04:24: Und dann wird's

00:04:25: wieder gut.

00:04:25: Dann ist es irgendwie auch abgehakt, gedanklich und natürlich hab ich mich auch ... hab ich mir irgendwo hier und dort Sorgen gemacht aber das war einfach alles sehr ... hat sich sehr im Rahmen gehalten.

00:04:37: Hat sich behütet erst mal angefühlt.

00:04:39: Ja definitiv.

00:04:39: Sag mal, erzähl mal.

00:04:41: kurz her, war deine Mama Sabine?

00:04:43: Ist sie?

00:04:44: Ja.

00:04:45: Zweiundvierzig Jahre alt damals.

00:04:47: Wie hast du sie in Erinnerung?

00:04:49: Auf jeden Fall sehr positiv, sehr energiegeladen, sehr kreativ immer so eine Mutter, die noch einen Schritt weitergehen würde für ihre Kinder.

00:04:56: Also für mich ist so eines der prägenden Momentan, die ich immer denken muss sind unsere Kindergeburtstage.

00:05:01: da wurde aufgefahren vom Thema und gebacken und alle Freunde eingeladen und Freunde waren sowieso immer willkommen als es war ein volles Haus.

00:05:08: es war Leben da und dementsprechend habe ich natürlich auch ne Veränderung bemerkt.

00:05:15: aber einfach ... Ich hätte mir nie träumen lassen oder gedacht dass das so eine weltbewegende Veränderungen werden würde.

00:05:23: Da hat man sofort so ein Bild vor Augen wie deine Mama, so zwischen Luftballons, Kindergeburtstagen.

00:05:27: Drei Kinder und viele die zu Gast sind und darin wirbelt und alles organisiert und plant.

00:05:34: Die agile Sabine, die Anfang vierzig ist und eigentlich mitten im Leben.

00:05:39: Genau definitiv!

00:05:41: Und ich habe sie auch immer als eine sehr ehrliche Mama erlebt.

00:05:44: Wir haben sehr viel auch gesprochen.

00:05:46: Ich weiß zum Beispiel als Teenager Man hat ja dann so die ersten Gefühle vielleicht für den Jungen Und ich hab mit dir darüber gesprochen, was für mich auch so ein Zeichen davon ist.

00:05:55: Man hat eigentlich über alle Themen geredet, die einen so beschäftigen.

00:05:58: Das

00:05:58: gar nicht selbstverständlich!

00:05:59: So eine Vertraute

00:06:00: zu tun.

00:06:01: Also sehr offene Beziehung auf.

00:06:03: Ja

00:06:04: und dann kommt diese Phase im Frühjahr zwölf, den du schon erwähnt hast.

00:06:10: Deine Mutter wird ... hat diese Diagnose

00:06:12: O.P.,

00:06:13: und dann hört sie aber immer müder... Sie verliert ein Gewicht ne?

00:06:18: Genau.

00:06:18: Hat Ringe unter den Augen, morgens?

00:06:21: Ja und meine Eltern haben dann auch immer gesagt hey wir müssen leise sein die Mama schläft noch oder sie versucht sich tagsüber hinzulegen.

00:06:28: oder ich weiß auch von einem Klinikaufenthalt der mir gar nicht mehr so präsent in Erinnerung ist was glaube ich wirklich daran legt dass es für mich mir nicht so vorkam wie so ein riesen Event in meinem Leben.

00:06:39: aber Der Arzt hat irgendwann gesagt okay wir versuchen das mal mit drei Wochen klinik da war natürlich schon auch eine Therapie ein Stück weit dabei.

00:06:49: Ich wusste, es wird sich um sie gekümmert aber ich wusste nicht so richtig was das jetzt eigentlich bedeutet und sie hatte auch nicht diese Diagnose hier.

00:06:58: Sie haben eine Depression So-und-so ist der Plan, so gehen wir dagegen vor.

00:07:03: Und

00:07:03: da war sie in der Klinik?

00:07:05: Genau drei Wochen damals.

00:07:07: Man merkt schon Es wird ernster, es

00:07:09: rückt

00:07:09: näher.

00:07:11: Da war definitiv auch irgendwo eine Ärzte Marathon, erst der Hausarzt, der sie begleitet hat.

00:07:15: Dann schon mal zu gucken okay vielleicht muss man eben auch schauen wo die psychischen Ursachen sein könnten?

00:07:22: Sie hat sich immer dagegen gesträubt.

00:07:24: Sie hat wirklich gesagt wir sind körperliche Symptome.

00:07:27: ich bilde mir das nicht ein.

00:07:30: Ich habe ihr dann auch geglaubt als Kind und natürlich dann auch so diese Perspektive.

00:07:34: ich gehe auch in die...ich nenne es mal christliche Seelsorge.

00:07:38: Ich beschäftige mich auch mit Menschen, die auch an Gott glauben.

00:07:41: Die dann für mich beten und dafür beten dass es mir besser geht was ja für mich so ein bisschen der größte Halt war.

00:07:46: auch nicht nur wir vertrauen auf die Ärzte sondern wir vertrauen auch darauf das Gott.

00:07:52: So und beide haben nicht geholfen weder die Ärste noch Gott.

00:07:56: zu einer du schreibst in deinem Buch Du zitierst aus dem Tagebuch deiner Mama Und da ist am achtundzwanzigsten Juni einen Tagebuch eintragen.

00:08:05: Das ist dein Geburtstag.

00:08:06: Heute ist Janas Geburtstag, schreibt eine Mama da.

00:08:09: Ich konnte ihr kein schönes Fest machen.

00:08:11: Ich bin überfordert, warum?

00:08:13: Ich bin schon überforderd mit den Kindern ein Spiel zu

00:08:16: spielen.".

00:08:17: Gott schreite einen Ausrufezeichen!

00:08:20: Das ist schon so ein Alarmsignal, den sie zumindest ihrem Tagebuch anvertraut hat.

00:08:26: Hast du das gespürt an diesem Geburtstag?

00:08:29: Bist du sechzehn geworden?

00:08:31: Ja und nein... ich würde sagen ja in der Hinsicht es war ruhiger wie vorher.

00:08:37: Es waren natürlich diese ganzen Themen, gab es schon ... Wir wussten schon, ihr geht's körperlich nicht gut.

00:08:44: Sie hat das ja auch zum Ausdruck gebracht, ich muss mich hinlegen!

00:08:47: Ich kann mich nicht konzentrieren, mir ist schlecht, ich kann nicht schlafen.

00:08:51: Aber nicht in diesem Ausmaß, wie sie es in ihr Tagebuch schreibt zu dieses Gottschreite ein, gerade auch ihre Glaubenskämpfe und Herausforderungen, die werden wir nicht bewusst.

00:09:00: Diese Tagebucheinträge haben wir erst später gefunden.

00:09:04: Sonst hätte er sicher auch ... Ja, mein Vater Anders interveniert.

00:09:08: Wie er es so machen konnte aber vieles und diesen wirklich tiefen inneren Verzweiflungen hat sie schon für sich behalten.

00:09:15: Das sind sehr krasse Aussagen drin die du... Du zitierst ja nur ein Teil im Buch Aber das sind schon so Aussagen drinnen wo sie sagt ich quäle mich jeden Tag meine Nerven liegen lang Ich will nicht sterben aber ich habe das Gefühl zum Leben reicht es nicht.

00:09:31: Der Sommer war dann ihr letzter Sommer.

00:09:35: August haben sich die Dinge zugespitzt und dann kam irgendwann der einunddreißigste August.

00:09:41: Wie hast du diesen Tag erlebt?

00:09:44: Spannenderweise erstmal wie jeden anderen, ich habe mich.

00:09:49: abends habe ich mir noch so viele Gedanken über den nächsten Tag gemacht und ich weiß noch weil wir als wäre es gestern gewesen.

00:09:54: Ich hab die ganze Zeit darüber nachgebracht was ich mit meinen Freunden für einen Ausflug unternehmen werde Was für mich wieder so ein Zeichen war.

00:10:00: Irgendwie war es doch noch Alltag für mich.

00:10:02: Und dann bin ich aufgestanden, morgens bin runter in die Küche gekommen und mein Papa saß da schon ... Ich hab gemerkt, okay.

00:10:10: Irgendwas scheint ihn zu beschäftigen und er meinte, hey, die Mama ist nicht da!

00:10:14: Sie waren nicht mehr im Bett, sie ist aber hier nirgends zu finden.

00:10:17: Er weiß jetzt nicht, meine Freundin vorbei ist in die Runde spazieren, sie war gern auch draußen unterwegs.

00:10:23: Konntest du wieder nicht schlafen?

00:10:25: Ja wir waren erst noch so ok.

00:10:27: Jetzt ist ihr halt unterwegs, lass uns mal gucken.

00:10:30: werden sie schon wieder finden.

00:10:32: Und das ging dann eine halbe Stunde, ne?

00:10:34: Eine Stunde immer länger.

00:10:36: und ich hab schon gemerkt mein Papa ist immer unruhiger geworden.

00:10:39: Mein Bruder hat diese Wege abgefahren die er spazieren geht.

00:10:43: auch ich habe irgendwann gemerkt okay die Stimmung hier die geht in Richtung.

00:10:48: es kommt schon sehr viel Sorge hoch vor allem bei meinem Vater und ich war noch ... hab das gespürt, war doch relativ ruhig.

00:10:55: Ich hab tatsächlich wieder zu meinem wie damals gesagt hätte, alle Heilmittel gegriffen und haben gebetet.

00:11:02: Gott beschütze sie!

00:11:04: Hey ich möchte bitten dass ihr nichts passiert und dann hey gut er wird sich drum kümmern passt.

00:11:11: und mein Vater hat dann irgendwann angefangen draußen vor unserer Tür auf- und abzugehen.

00:11:17: wir hatten so eine Fußmatte und hat die dann irgendwann verrutscht in seinem hektischen Auf- und Abgehen und hat dann ein Zettel gefunden auf dem Stand drauf.

00:11:24: Ich bin bei den Nachbarn.

00:11:25: muss ich ganz kurz einschieben, dass wir damals auf die Tiere und die Pflanzen bei unseren Nachbarn geschaut haben.

00:11:30: Die waren im Urlaub.

00:11:31: Genau,

00:11:32: wir waren so ein typisches Doppelhaushälfte.

00:11:34: Und hat das dann gefunden?

00:11:36: Ich bin bei den Nachbaren erst mal kurz okay erleichtert.

00:11:39: Die ist wahrscheinlich drüben ... Keine Ahnung, ist da vielleicht auf der Couch eingeschlafen oder ... Hat sich da vielleicht einfach zurückgezogen, vielleicht war sie über uns zu laut, konnte da nicht ...

00:11:50: Aber auch ungewöhnlich eigentlich, okay?

00:11:52: Auch ungewönlich.

00:11:53: Aber es war so ein Lebenszeichen!

00:11:54: Ja ja

00:11:54: ok und ihr geht... ja, Lebenszeichn.

00:11:58: Und dann ist er zum

00:11:59: Nachbarhaus da.

00:12:00: Genau mein Papa ist direkt rüber, Roller in Warn unten hat geklopft, hat gerufen und genau das hat sich nichts getan.

00:12:09: Mein Mama hat nicht geöffnet.

00:12:13: Irgendwann, ich glaub es kam mir wie so ein Blitzgedanke erst dann hoch in ihr Zimmer und hat gedacht, ich muss mal gucken ob ihre Tabetten noch da sind.

00:12:19: Die hatte das immer in ihrer Nachtschublade, war was für die Schilddrüse...

00:12:23: Und Schlaftabletten?

00:12:24: ...und Antidepressiva.

00:12:26: Genau!

00:12:26: Das hatte sie damals verschrieben bekommen.

00:12:28: Ja, die waren da in der Schublade

00:12:30: und diese

00:12:30: Tabletten waren nicht mehr da.

00:12:33: Genau.

00:12:34: Die waren weg und das war auch der Moment als mein Papa ihren Arzt angerufen hat.

00:12:37: Ja

00:12:37: das war das Alarmzeichen.

00:12:39: Da gingen alle Lampen spätestens auf Rot.

00:12:42: Und genau, er hat dann dort Bescheid gegeben.

00:12:46: Der hat gemeint direkt Polizei wenn wir nicht reinkommen Feuerwehr.

00:12:50: Mein Vater hat dann noch mal versucht mit meinem Bruder das mir auch noch wie gestern in Erinnerung die Leiter aus der Garage geholt versucht über den Balkon reinzukommen und hat nach ihr gerufen.

00:13:02: und es war auch der Moment wo ich wusste okay...

00:13:04: Da ist was Schlimmeres passiert?

00:13:05: ...da

00:13:05: ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung.

00:13:08: dass sie sich wirklich das Leben genommen hat habe ich in dem Moment aber immer noch nicht geglaubt.

00:13:12: Wann hast du das erfahren?

00:13:15: Mein Vater hat mich dann aufs Zimmer geschickt, er hat gesagt, du gehst jetzt auf dein Zimmer und egal was du hörst, du kommst auf keinen Fall raus.

00:13:22: Ich bin dann hoch... meine Hände haben gezittert, ich war total aufgeregt und hab immer noch gebetet.

00:13:27: Ihr von noch

00:13:27: gebt gebeten.

00:13:28: Gott bitte!

00:13:29: Bitte mach' dass es hier gut geht.

00:13:31: Du kannst das und ich will darauf vertrauen.

00:13:33: Und dann kam die Feuerwehr dir an die Tür eingeschlagen.

00:13:35: und dann habe ich irgendwann meinen Vater unten gehört wie ihr gerufen habt nach meiner Mama und da hat sich das schon angekündigt, für mich okay.

00:13:46: Und dann kam er aber hoch und hat es gesagt, Mama ist tot.

00:13:51: Das war der Satz, der mein Leben verändert hat.

00:13:53: Es war auch der Satze, wo ich's begriffen hab wie man's begreifen kann in dem Moment.

00:13:58: Warst du damit dein Geschwistern zusammen?

00:13:59: Meine Schwester die war bei einer Freundin.

00:14:02: Mein Bruder war dabei genau.

00:14:05: Du sagst jetzt so, der Vater sagt, Mama is tot Der Satz, der dein Leben verändert.

00:14:14: Hast du noch eine Erinnerung wie das war?

00:14:17: Also ich weiß noch dass sich von Anfang an einfach unglaublich schlimm angefühlt hat.

00:14:25: Man begreift es ja erst Stück für Stück was es wirklich heißt gerade wenn man niemanden nicht verloren hat.

00:14:29: Das braucht ja seine Zeit zu verstehen.

00:14:31: wie ist das Leben ohne den Mensch?

00:14:32: aber dieser Schock... Ich habe schon begriffen okay sie ist jetzt weg.

00:14:37: Und ich hab dann gefragt, wieso ist Mama tot?

00:14:40: Ich habe es überhaupt nicht verstanden.

00:14:41: Bis zu dem Moment nicht, dass sie sich vielleicht das Leben genommen hat.

00:14:44: Ich hatte damit keine Berührungspunkte auch in meiner christlichen heilen Welt.

00:14:47: Da gab's so was nicht!

00:14:48: Es war einfach

00:14:48: unvorstellbar...

00:14:49: Ja und Andrade gesagt, sie hat sich umgebracht.

00:14:52: Mein Bruder ist damals neben mir gelegen und hat geweint.

00:14:59: Ich konnte nur noch weinen ... Es ist eine Überforderung, es ist eine Verzweiflung.

00:15:07: Das ist einem ja auch alles zu viel in dem Moment.

00:15:10: Ich meine, da war die Polizei da, da waren die Feuerwehr da ... ich verabschiede mich von jemanden der hier eingeschlafen ist, sondern es ist eine absolute Ausnahmesituation.

00:15:19: Ich erinnere mich auch, ich bin dann irgendwann rausgerannt auf die Straße und wollte bei meiner Freundin klingeln.

00:15:23: Die hat zwei Häuser weitergewohnt.

00:15:25: Die Polizei kam dann hinterher, hat mich zurückgeholt.

00:15:29: Also, ich wusste auch gar nicht so richtig wohin.

00:15:32: mit meinen Emotionen?

00:15:34: Ist ne totale Überforderung!

00:15:37: Wenn wir das hören, dann kann man nur erschüttern sein und vielleicht geht es euch auch so wenn ihr das jetzt hört was keiner erzählt.

00:15:43: Wenn ihr Zweifel haben solltet am eigenen Leben oder vielleicht sogar Suizidgedanken bei euch aufkommen, dann sucht euch Hilfe.

00:15:51: Telefonseelsorge.de ist eine gute Adresse und wenn ihr mögt dann ruft dort an zögert nicht.

00:16:04: Telefonseelsorge.de.

00:16:08: Jana hat zu diesem Podcast gehört, eine kleine Rubrik die heißt entweder oder ich gebe dir zwei Alternativen und du entscheiderst dich für eine oder legst ne dritte dazu.

00:16:18: Wenn du das jetzt so erzählt hast Ich sag mal so die erste Alternative Weinen oder Lachen?

00:16:25: Lachen

00:16:27: Konntest Du in dem Moment als die Todesnachricht so da war an diesen einunddreißigsten August überhaupt weinen

00:16:34: also weinen

00:16:35: Ging das überhaupt?

00:16:36: Oder ist der Schock so groß, dass da irgendwie erst mal gar nichts da ist.

00:16:40: Also lachen natürlich sowieso nicht aber...

00:16:43: Ich würde sagen in dem Moment kann ich mich nicht an meine Tränen erinnern.

00:16:49: Ich weiß es ist alles über mich zusammengeschlagen diese Welle der Trauer.

00:16:52: Ich erinnere mich einfach noch sehr gut an den Abend.

00:16:56: Es wurde ruhiger im Haus Die Verwandten die direkt kamen sind erstmal wieder gegangen ... in meinem Zimmer und ich bin auf unserem Balkon.

00:17:06: Und das ist, als ich es erst mal begriff habe, dass sich meine Mama nie wiedersehen werde... ...und dass sie sich selber entschieden hat, dass sie mich nie wieder sehen wird.

00:17:13: Zumindest nicht hier auf dieser Welt!

00:17:15: Und da saß ich auf diesem Balkon und ich hab wirklich geweint und das erste Mal so diese wirklich tiefe Trauer gespürt und es hat sich Stück für Stück in mein Herz eingeschlichen, dass jetzt einfach fort ist.

00:17:29: Da hab' ich auch tatsächlich in meinem kindlichen Glaube damals versucht, mit Gott einen Pack zu schließen.

00:17:33: Bitte zeig sie mir noch einmal, lass mich noch mal mit ihr

00:17:36: sprechen.".

00:17:39: Dann glaub ich auch an dich!

00:17:40: Dann glaube ich, dass es dich gibt.

00:17:42: Sag mal, hast du auch so was wie Wut gespürt?

00:17:44: Dass er dich verlassen hat und gegangen ist?

00:17:47: In den ersten Tagen nicht, weil da war diese Verzweiflung des Vermissengröße aber später definitiv ... Also das war... Es waren, würde ich sagen, drei drei Menschen oder auch Personen, auf die ich wütend war.

00:18:05: Das Erste war natürlich selbst dieses was hätte man selbst tun können?

00:18:08: Warum habe ich es nicht gemerkt?

00:18:09: Dann war das definitiv Sie.

00:18:12: Warum hat sie mich verlassen?

00:18:13: Warum ist hier gegangen?

00:18:14: Warum hat sich entschieden, nicht weiter zu kämpfen?

00:18:17: Hat sich noch mal Hilfe gesucht?

00:18:18: Warum hatte sie nichts gesagt?

00:18:20: und dann war die dritte Person später dann definitiv Gott weil er war für mich irgendwann der in meinem Bild In meinem Glauben, der war, der hätte was tun können.

00:18:28: Ich war begrenzt in dem, was ich wahrgenommen habe.

00:18:30: Sie war beggrenzt weil sie war verzweifelt und sie war ja depressiv auch wenn das so nicht diagnostiziert wurde aber er war ja der, der es hätte tun können.

00:18:40: Ja, wenn es so einen großen Gott gibt, der irgendwie alles kann So ein Vater im Himmel wieso greift da dann nicht ein?

00:18:46: Ja.

00:18:46: Ja.

00:18:47: China ich gebe dir noch eine Alternative Lost oder getragen.

00:18:52: Jetzt, also in meiner jetzigen Situation nach ein paar Jahre später definitiv getragen und auch in vielen Momenten getragen aber auch in viel Momente lost.

00:19:00: Also sich da jetzt zu entscheiden ist schwierig.

00:19:04: Aber im Endeffekt würde ich sagen hat immer gesiegt das ich mich getragen gefühlt habe.

00:19:09: Allein oder gemeinsam?

00:19:10: Gemeinsam.

00:19:12: Hast du auch in der Zeit danach so was wie eine Verbundenheit, also gerade Familie, so die übrige Familie Hat euch das noch mal verbunden, auch in dem Schmerz?

00:19:22: In der Trauer.

00:19:24: oder manchmal werden ja auch Familien auseinandergetrieben.

00:19:27: Auch Paare wenn ein Kind stirbt weil man unterschiedlich mit der Trauern umgeht und sich selber da nicht mehr aushalten kann.

00:19:35: Definitiv habe ich eher das Gegenteil erlebt also einen Zusammenkommen gerade auch mit meinen Geschwistern, auch heute noch.

00:19:43: Es hat uns schon tief verbunden da miteinander durchzugehen.

00:19:45: Ich hab natürlich immer eine besondere Verantwortung auf meine kleine Schwester gesehen.

00:19:49: die war damals elf das ist natürlich nochmal ganz anders und für mich war es definitiv am schwersten mit der Trauer von meinem Vater um zu gehen.

00:19:58: Das ist ja dieser Fels dieser Mensch der so vorangeht in der Familie und dann seine Trauer zu sehen und auch seine Verzweiflung zu sehen.

00:20:06: aber er hat die Familie auch zusammengehalten.

00:20:09: Also, er hat auch versucht mit uns offen zu sprechen.

00:20:11: Er hat immer wieder Raum geschaffen.

00:20:12: Gerade über das Thema Wut haben wir gesprochen und gesagt Kinder, könnt ihr der Mama vergeben?

00:20:17: Habt ihr euch überlegt was es mit euch macht?

00:20:19: Wir haben Themen angesprochen aber es gab natürlich auch Momente wo es so Menschen die vielleicht auch schon mal Trauer oder ein Todesfall erlebt haben kennen das wo es sowieso wie ein Elefant im Raum steht.

00:20:29: man spricht aber nicht drüber weil man will dass es beim anderen jetzt rauskommt.

00:20:34: Ja und das nicht aushalten und vielleicht umgehen

00:20:37: Und gerade eben auch beim Thema Suizid.

00:20:39: Es ist ja kein normaler Todesfall, es ist ja eine Entscheidung die da vorausgegangen ist.

00:20:45: Darüber reden wir gleich noch.

00:20:47: um aber noch kurz hin nur noch eine Alternative so ein bisschen auch was von eurem normalen Leben irgendwie sichtbar zu machen.

00:20:54: Wohnwagen oder Hotel?

00:20:57: Er vor Kind... Also jetzt habe ich ein Kind, also vor dem Kind würde ich sagen immer Wohnwagen.

00:21:02: Jetzt würd' ich sagen Hotel.

00:21:04: Okay aber ihr seid als Family?

00:21:05: Als du noch zu Hause warst, als Kind wart ihr ja immer eher aufm Campingplatz?

00:21:09: Genau wir waren im Mobile Home.

00:21:11: Immer in eigenen Wohnwagen hatten wir nicht.

00:21:12: es wäre ein Traum gewesen.

00:21:13: Ah okay

00:21:14: mobile home!

00:21:15: Wir waren immer auf einem Camping Platz ganz charakteristisch für meine Familie.

00:21:18: das war immer die beste Zeit im Jahr würde ich sage und auch sind sehr schöne Erinnerungen mit verknüpft.

00:21:24: So eine Alternative wie auch noch Wüste oder Schlaraffenland.

00:21:27: Du erzählst, du bezeichnest deine Kindheit eigentlich als schlaraffenland.

00:21:32: Ja weil ich war sorglos und ich hatte Eltern die mich lieben und die sich um mich gekümmert haben.

00:21:36: und meine größte Sorge war was kann ich morgen eine Freundin zum übernachten einladen?

00:21:42: oder das schlimmste war was ihr erlebt hat?

00:21:44: wahrscheinlich irgendwie nein in der Spielzeugabteilung so kam es mir vor.

00:21:47: ja

00:21:47: genau also ist auch irgendwie gut diese unbekümmertheit auch zu sehen die da war und die irgendwie Ja, ein bisschen auch wieder zurückgekehrt ist.

00:21:57: Du hast schon angedeutet, du hast eine kleine Tochter?

00:22:01: Aber jetzt lass uns noch mal ... Du hast das gerade angesprochen mit Suizid, was es bedeutet.

00:22:06: Das is ja nicht einfach nur ein normaler Tod von der viel zu jungen Mama, sondern es ist nochmal mit einem Mathe behaftet.

00:22:16: Es ist zum Teil in manchen christlichen Kreisen geächtet und so trauer kommt noch sowas wie Scham.

00:22:24: Wie hast du das erlebt?

00:22:27: Also unterschiedlich, aber definitiv gab es viele Momente in denen ich erfüllt war von Charme.

00:22:37: Ich denke, das beschreibt es ganz gut wenn ich erzähle wie Menschen zum Beispiel auf mich zugekommen sind.

00:22:41: Menschen mit denen man zu tun hat.

00:22:43: irgendwann redet man gerade mit sechzehn, siebzehn Achtzehn dass die sind die Eltern noch viel präsenter.

00:22:49: Ja was machen deine Eltern?

00:22:50: und dann habe ich immer irgendwann erzählt okay meine Mama ist schon gestorben.

00:22:53: Und dann kommt so diese Frage

00:22:55: Was sagst Du?

00:22:56: Darf ich fragen, warum?

00:22:58: Und für mich war das immer als wär mein Mund dann zu.

00:23:01: Ich konnte nicht richtig weitersprechen weil ich Angst hatte zu sagen dass sie sich umgebracht hat und ich habe auch immer so Dinge gesagt wie Sie war krank und hat sich entschieden nicht mehr leben zu wollen.

00:23:10: Ich hätte nie gesagt, sie ist eine Selbstmörderin.

00:23:14: Das

00:23:14: ist ja ohnehin der krasseste Begriff überhaupt.

00:23:18: Und ich hatte so Angst, dass wenn Menschen das hören ... Dass sie direkt denken die Mutter war bestimmt schrecklich.

00:23:23: Die hat ihr Leben nicht im Griff.

00:23:25: Keine Ahnung, ob Drogenabhängigkeit oder Schulden.

00:23:27: Was weiß ich?

00:23:30: Ich hatte mir Angst, als Menschen wirklich sie so direkt dafür verurteilen und gerade eben insbesondere auch in christlichen Kreisen.

00:23:35: Wo man das Gefühl hat bei vielen Familien ist alles perfekt.

00:23:38: So wie ich ja meine Kindheit auch erst als sehr heil erlebt hab.

00:23:44: Wenn man hinter die Fassade guckt, ist es oft nicht so.

00:23:46: Aber so habe ich das empfunden Auch so wie kann sich dann ein Mensch entscheiden, sein Leben selbst zu beenden.

00:23:53: Wenn das doch gerade in einem christlichen Kontext eigentlich Gottes Aufgabe ist zu entscheiden wann es entsteht Leben und wann stürbt man?

00:24:01: Und ja ich hab's aber ganz oft auch vielleicht nicht nur als Tabuthema wahrgenommen sondern jetzt wurde gar nicht richtig drüber gesprochen.

00:24:10: Ja man versucht es dann zu vermeiden oder versucht dann es zu umgehen weil vielleicht auch vom Gegenüber als Tabu empfunden wird.

00:24:18: und du magst, okay ...

00:24:19: Wie reagieren Menschen dann?

00:24:21: Dann sagt niemand mehr irgendwas.

00:24:22: Ja,

00:24:22: dann redet man besser gar nicht drüber.

00:24:25: Wieso ist das eigentlich so?

00:24:28: Also die Verbindung mit Schuld.

00:24:31: Du hast... Auch du schreibst im Buch, dass dein Papa euch gefragt hat als Kinder, ich glaub sogar am Tag der Beerdigung, könnt ihr der Mama vergeben.

00:24:43: Das heißt ja aber sie wär damit Schuldig geworden an euch.

00:24:47: Ja, also mein Vater und auch ich heute definitiv vertrete definitiv die Ansicht dass es nicht an uns ist unser Leben zu beenden.

00:24:56: Ich verurteil das nicht, ich denke es ist definitiv nicht an mir zu verurteilen.

00:25:00: Auch ich habe Dinge in meinem Leben wo ich falsche Entscheidungen getroffen habe.

00:25:05: Aber das ist definitv erstmal meine Überzeugung was nicht heißt dass ich nicht glaube dass ein Mensch so tief verzweifelt sein kann dass er sagt, ich sehe keinen anderen Ausweg mehr.

00:25:15: Und ich glaube es ist nicht der richtige Ausweg definitiv.

00:25:20: Aber das ist nicht an mir mich da so... Ich würde es fast überheblich nennen zu zeigen und zu sagen, ich mache nichts falsch.

00:25:27: Was sich darüber zu erheben und das dann beurteilen zu können und einzuordnen

00:25:31: in die

00:25:31: Schublade zu stecken?

00:25:32: Nämlich auch nicht!

00:25:34: Und das ist das Glaubensbild des.

00:25:35: ich hab das Gottesbild.

00:25:36: Ich glaub nicht, dass Gott es tut.

00:25:38: Ich glaube er ist wahnsinnig mit verzweifelt über diese Entscheidung.

00:25:42: Das ist ein starker

00:25:43: Satz,

00:25:44: dass ein Mensch sagt ich kann nicht das nicht mehr tragen Ich möchte nicht mehr leben.

00:25:51: Das ist ja.

00:25:51: früher war das jetzt zum Teil so, dass Menschen die sich selber das Leben genommen haben nicht auf einem Friedhof geerdigt wurden sondern irgendwo verscharrt und damit war alles zerstört.

00:26:03: Also die Gemeinschaft wurde auch im Tod noch genommen.

00:26:07: es waren eine Brandmarkung und Stigmatisierung quasi für die Ewigkeit Und die Menschen galten dann tatsächlich als Lost, verloren in der Hölle für immer und ewig.

00:26:17: Mittelalterlicher Gedanke... ...und du hast selber einen Film gesehen, Luther-Film.

00:26:23: Also ein Film über Martin Luther Reformationsteinten und da gibt es so eine Szene wo ein Kind oder wo ein Männchen stirbt, der sich das Leben genommen hat.

00:26:32: und Luther Ich weiß gar nicht, ob das historisch ist oder nicht.

00:26:35: Aber sorgt dafür, dass diese Beerdigung auf dem Friedhof stattfindet entgegen der Amtskirche, katholische Kirche und auch ein bisschen Dunkel dargestellt die das nicht will.

00:26:47: Und sagt dann wer kann das beurteilen?

00:26:50: Wir glauben an einen Gott, der den Menschen annimmt.

00:26:54: Der Barmherzigkeit.

00:26:55: Der

00:26:55: barmherzig ist!

00:26:56: Und dieses Szene hast du gesehen ein paar Jahre bevor ihr das erlebt habt.

00:27:02: was bedeutet es für dich?

00:27:03: Ja, ich hab mich daran zurückerinnert.

00:27:05: Ich wusste in diesem Moment schon, dass diese Szene ... Mich hat das total ergriffen!

00:27:08: Ich war damals zwölf oder dreizehn, also auch noch jung und ich saß in dieser Kirche.

00:27:14: War das damals am Reformationstag?

00:27:15: Wurde der da gezeigt in der Evangelischen Landeskirche, wo meine Mama neben mir ... Und ich hab das total geweint und gedacht, irgendwann wird mir das was bedeuten, weil es hat mit dem, ähm ... Was sich selber erlebt hat, hat mir das einfach geholfen zu begreifen, Jesus oder Gott.

00:27:35: Er ist nicht so, dass er dann straft darüber hinaus sondern das Kreuz Das was jesus getan hat was ich glaube.

00:27:42: Ich glaube dass jesus am kreuz gestorben ist damit ich gemeinschaft haben kann mit gott.

00:27:47: Und das reicht auch wenn ich so eine entscheidung treffe egal welche schuld ich auf mich laden würde.

00:27:53: Es würde reichen Dass er mich annimmt.

00:27:55: ich habe diesen film auch gesehen damals und kann mich auch an die szene erinnern.

00:28:00: Ich hab mich sofort wieder dran erinnert.

00:28:02: Das ist ja schon, keine Ahnung, nach fünfzehn Jahre her oder länger und mir ging es auch so.

00:28:06: Mich hat das auch berührt.

00:28:08: Und ich kann...ich finde es ein bisschen, ihr habt berührend einfach wie du sagst?

00:28:14: Du hast empfunden, ne, das ist so bedeutsam und jahre später kommt es dann zum Tragen.

00:28:19: Ja.

00:28:21: Ah, Tiana!

00:28:21: Das ist schon heftig.

00:28:23: Ich fand auch sehr bewegend.

00:28:26: Deine Mama hat einen Abschiedsbrief geschrieben.

00:28:28: Und du hast den heimlich gelesen?

00:28:31: Ja, mein Vater hatte das uns damals erzählt, dass es diesen Brief gibt und beim ersten Mal wollte ich das irgendwie erst mal gar nicht haben.

00:28:39: Ich glaube, es hat mich einfach emotional überfordert... ...und dann habe ich mich nicht einmal getraut, ihn danach zu fragen.

00:28:46: Das war wie so ein Elefant im Raum!

00:28:49: Ich wollte nicht hingehen und sagen übrigens in welchem Moment fragt man

00:28:52: das?!

00:28:53: Beim Essen oder wo ist dieser Brief, kann ich den lesen.

00:28:56: Dann war er einmal unterwegs und ich hab daran gedacht ... Ich wusste, wo er liegt.

00:29:00: Da bin ich heimlich zum Nachtisch und hab mir den rausgeholt, zurück in mein Bett und hab ihn da gelesen.

00:29:06: Das war wahrscheinlich zwei, drei Monate später.

00:29:11: Es waren mehrere Briefe, die auch auf Monate vorher datiert waren, wo wieder klar wurde, das war keine Kurzschlussreaktion, was sie wirklich beschäftigt hat, wo sie mit sich gekämpft hat.

00:29:22: wie in den Tagebuch-Einträgen auch

00:29:23: schon.

00:29:23: Genau, ja und das war schon auf der einen Seite sehr verletzend dieser Brief und gleichzeitig trotzdem auch plötzlich was sehr sehr kostbar ist weil es ist ja das einzige was an dem Moment bleibt.

00:29:40: Mit all dem mit diesem Schmerz, mit diesem Abschied, mit der Trauer die ja nie so ganz vorbei ist, die sich verändert im Laufe der Zeit der Jahre Lass uns noch zu deinem Papa gucken, deinen Vater.

00:29:53: Der hat ja zunächst mal die Folgen dessen da seine Frau sich das Leben genommen hat auch selber noch gespürt dadurch dass dieser Suizid in der Gemeinde so kritisch gesehen wurde Dass er nicht mehr in der Leitung sein sollte.

00:30:08: Das finde ich heftig.

00:30:10: Ja obwohl ich dazu sagen muss von einzelnen Personen oder In dem Fall wir haben grundsätzlich Die gemeinde als eine Familie erlebt die da war da hat keiner in böses Wort verloren.

00:30:22: Da wurde sich gegenseitig unterstützt, da kamen Menschen, die für uns gekocht haben, die Haushaltsaufgaben übernommen haben... Es waren Einzelne!

00:30:29: Das ist mir natürlich ganz wichtig.

00:30:30: zu sagen, es soll kein schlechtes Bild auf die Gemeinde werfen.

00:30:34: Aber genau die wirklich gesagt haben, das passt nicht zum Leiter der seine Familie unter Kontrolle hat, dass sich jemand hinreißen lässt dazu sein Leben selbst zu beenden.

00:30:43: Wieder vielleicht diese Überheblichkeit und keinen Blick der Gnade die man sich wünscht in so einer Situation.

00:30:50: Du sagst das ganz behutsam im Blick auf die Gemeinde, und es finde ich auch gut dass du da nicht

00:30:54: jetzt einfach

00:30:55: darüber herziehst und für allgemein hast.

00:30:57: und doch zeigt es eben so ein Gedankengut ist noch da.

00:31:01: ja

00:31:01: und das hat auch Folgen, die dann auch ausgrenzend wirken oder zu dem Schmerz noch dazukommen.

00:31:07: Ja Und das zu spüren ist sicher heftig.

00:31:12: Ja, vor allem als Kind wird ja vieles noch von einem Ferne gehalten.

00:31:15: Mein Papa hat es definitiv anders empfunden.

00:31:17: Ich weiß auch nicht ob's Dinge gab die er uns gar nicht erzählt hat.

00:31:22: Wenn wir bei deinem Papa sind... ich hab das schon in der Anmoderation gesagt... Dein Vater ist dann im Alter von fünfzig Jahren

00:31:29: an Krebs

00:31:30: verstorben.

00:31:31: Zwei tausend neunzehn Grades

00:31:33: und

00:31:34: das ging sehr schnell!

00:31:36: Also er ist an Januar zwanzig verstorban.

00:31:39: Aber genau, ich hab geheiratet noch im Juni.

00:31:41: Im Sommer.

00:31:42: also es war auch wieder so ein Moment der ja Zukunftsperspektive und mein Vater hat mich noch zum Alltag geführt und er war sowieso super wichtig für mich.

00:31:52: Wir machen einen Zeitsprung und wir haben so ein bisschen ein Bild von deinem Papa und irgendwie, ich gewinne eine echte, eine gewisse Nähe oder Sympathie für deine Eltern Auch wenn du so beschreibst, wie positiv oder wie offen ihr geredet habt und dann heiratest du.

00:32:08: Es vergehen die Jahre, ihr verarbeitet das.

00:32:10: Und dann kommt kurz darauf eben in diesem Ende des Jahres.

00:32:15: Die Krebsdiagnose, die dann ganz schnell folgen hat.

00:32:20: Er stirbt wenige Monate später?

00:32:22: Wie hast du das erlebt?

00:32:25: Ja es war wie eine zweite Klatsche nenn ich's mal im Leben.

00:32:30: Man arbeitet ... Du hast schon gesagt man arbeitet sich irgendwie wieder auf die Füße.

00:32:33: Ich hab auch so zurückgefunden zu meinem Glauben an Gott.

00:32:36: Ich habe das mit ihm durchrungen und man dachte, jetzt kann's losgehen.

00:32:40: Jetzt passt es wieder und dann kommt diese Diagnose.

00:32:43: Am Tag nach unseren Flitterwochen hat er angerufen und gesagt, ich hab Krebs ... Sie haben was gefunden, ich muss uns krank aus dem Krebs.

00:32:48: Dann bleibt ja die Hoffnung, vielleicht ist es ein Irrtum oder gar nicht so schlimm?

00:32:53: Und dann war innerhalb von zwei Wochen klar okay, es ist unglaublich schlimm.

00:32:57: Es ist im ganzen Körper der Krebs.

00:32:59: und für mich war in dem Moment klar hier keine Hoffnung mehr.

00:33:01: Es war ganz anders, als bei meiner Mama.

00:33:03: Wo ich dachte, das wird schon alles gut werden.

00:33:05: Hat sich

00:33:05: nicht geflüchtet oder so in eine Hoffnungswelt, die ein Scheinwelt wäre?

00:33:10: Ich hab gedacht ... Okay... Ja und ich dachte auch, in meinem Leben greift Gott eh nicht ein.

00:33:15: Da kann nichts mehr helfen, weil die Ärzte haben gesagt wir haben eine Chemotherapie ausprobiert.

00:33:20: Sie haben gesagt es hilft nix.

00:33:21: Wir geben ihm sechs Wochen.

00:33:23: Und wurde auf den Palärativ verlegt später ins Hospiz.

00:33:27: Das heißt ich wusste ja okay aus menschlicher Sicht kann nichts getan werden.

00:33:32: Es bleibt ja also nur der Glauben, was übernatürlich ist, wo vielleicht noch etwas getan werden könnte.

00:33:37: Aber ich hab's nicht geglaubt!

00:33:39: Es gab dann so einen Moment da hast du deinen Vater nicht mehr wieder erkannt?

00:33:45: Ja, ich weiß... Ich habe das vorher nicht erlebt gehabt wie es ist, den Menschen zu begleiten bei einer Krebserkrankung.

00:33:51: Vielleicht alle die Zuhören und schon erlebt haben können das nachvollziehen Denn nicht nur der Körper verändert sich sondern Ich hatte das Gefühl, auch meines Vaters hat sich verändert.

00:34:02: Er ist hoffungslos geworden vielleicht in dem Moment.

00:34:05: Er hat selber einfach so gehardert mit dieser Krankheit.

00:34:08: Der hat gesagt ich will gerne meine Enkelkinder kennenlernen zum Beispiel.

00:34:11: Das heißt er wollte erleben und es ging ihm schlecht.

00:34:15: Und ich habe diesen starken Vater in Erinnerung gehabt der immer vorangeht selbst an der Beerdigung meiner Mutter noch gesagt hat ich hab ihr vergeben weil lieb sie so sehr und ich glaub, die Liebe siegt.

00:34:28: So dieser Vater der immer uns mitgetragen hat auch in dieser Trauer, die Familie zusammengehalten hat.

00:34:33: Der war jetzt plötzlich der, der getragen werden musste von mir als Kind.

00:34:36: Pflegerische Aufgaben das hat mich total überfordert in manchen Momenten.

00:34:42: Er ist dünn geworden er war einfach nicht mehr mein Papa Und das war für mich diese Wesensveränderung so unglaublich herausfordernd fast schlimmer manchmal als diese Diagnose selber zu sehen, dass er selbst dieses Leid nicht so richtig tragen kann in dem Moment.

00:35:00: Und dann ist er auch sehr schnell gestorben und du standest wieder am Grab jetzt des zweiten Elternteils.

00:35:09: Wie haben diese Abschiede dich geprägt?

00:35:13: Also der Abschied von meinem Papa war ganz anders wie der Absied für meine Mama weil ich durfte dabei sein.

00:35:17: Dementsprechend war das natürlich...

00:35:20: Das war ein Abschied.

00:35:21: Was ganz Besonderes auch und er ist auch wieder als der Papa verstorben wie ich ihn kannte hatte mit seiner Diagnose auch oder seine Situation auch Frieden geschlossen.

00:35:31: So ganz am Ende?

00:35:32: Genau, wir hatten Gespräche und er hat auch am Ende uns gesagt wenigen Minuten vorgestorben ist dass er glaubt das er jetzt zu Jesus gehen wird, dass Jesus ihn halten wird und dass es gut werden würde.

00:35:46: ich würde nicht sagen dass er am ende voller Verzweiflung gestorben isst sondern dass er gestorbt ist mit einer gewissen Vorfreude ganz anderes daraus gemacht, wie der Moment wo meine Mama gestorben ist.

00:35:58: Und dennoch war es ein Abschied!

00:36:00: Für mich im Nachhinein würde ich sagen, war das der Moment an dem er endlich heil geworden ist auch wenn sich das für mich nicht so angefühlt habe.

00:36:06: Ich glaube dass es ihm jetzt gut geht und dass er diesen Verlust auf meiner Mama den erst so viele Jahre mitgetragen hat, dass er den auch loslassen durfte dass es ihm jetzt besser geht, wie's ihm je hätte gehen können.

00:36:21: Aber für mich war er trotzdem wieder weg.

00:36:24: Für mich war das nächste Elternteil ein großer Fels.

00:36:28: Wie lange meine Mama war dann mein Papa ... war weg aus meinem Leben und ich hab mich schon sehr verloren gefühlt.

00:36:36: Und ja, hab gedacht okay.

00:36:40: Zeitweise wusste ich nicht so richtig, wie ichs bewältigen soll.

00:36:44: Janer leuchtet Hoffnung auf und zugleich ist auch ein gewisser Schmerz daran?

00:36:48: Zu diesem Podcast gehört eine kleine Rubrik, die heißt Hoffnungslose.

00:36:52: Da geht es um Worte der Hoffnung.

00:36:54: Hier steht ein Glas auf dem Tisch.

00:36:55: zieht das doch mal zu dir her und ich bitte dich ein Los rauszuziehen irgendeine Farbe und mach das mal auf und ließ vor was da draufsteht.

00:37:06: Es ist irgendein Spruch einen Satz zum Thema Hoffnung.

00:37:10: Das kann aus der Bibel stammen das kann irgendeinen Zitat sein.

00:37:13: Lies vor und kommentiere es Also.

00:37:16: es ist aus Römer zwölf erst zwölfe ein Bibel fährst.

00:37:19: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal und beharlig im Gebet.

00:37:24: Ah!

00:37:25: Fröhliche Hoffnung.

00:37:25: kannst du sowas hören wenn Du jetzt so an Deine Geschichte denkst?

00:37:29: Ja.

00:37:29: Halt die Abschiede?

00:37:30: Definitiv mit allen Verzweiflungen, allen Fragen und aller Trauer die Geschichte auch verbunden war habe ich am Ende immer erlebt dass Gott dabei war.

00:37:43: Das schreibe ich auch in meinem Buch noch viel mehr darüber für alle, die das interessiert.

00:37:47: Ich hab seine Gegenwart erlebt und nicht alleine lässt.

00:37:50: Dadurch konnte ich wieder Hoffnung schöpfen.

00:37:53: Ich habe gelernt, dass auf manche Fragen wie warum hat er zugelassen?

00:37:59: Warum wurde mein Vater nicht vom Krebs geheilt?

00:38:04: Ist dies und das in meinem Leben passiert?

00:38:06: Ich hatte seitdem auch wieder Momente.

00:38:08: meine Tochter ist dann zu früh geboren.

00:38:09: Wir waren auf Intensivstationen, ich hab gedacht, steh' ich jetzt wieder da!

00:38:13: Und jemand stirbt den ich liebe, den ich vielleicht noch mehr liebe... ...und ich habe immer erlebt dass Gott da war und dass es am Ende für mich wertvoller war wie alles andere.

00:38:24: Und deswegen würde ich sagen kann nicht wieder Hoffnung schöpfen weil er mir Hoffnung gegeben hat auf was was viel mehr wert ist.

00:38:31: Also wie du das so erzählst, es klingt einerseits natürlich super authentisch und das kann man nur hören oder irgendwie stehen lassen.

00:38:39: Und jetzt frage ich trotzdem noch mal zurück ist dass dieser diese Wunderglaube.

00:38:46: also obwohl du Wunder nicht erlebt hast wenn's drauf ankam?

00:38:50: Ist es doch nichts so ein bisschen etwas wie ein schönes Kleid, das du gerne anziehst weil es sich deine Seele sonst zu nackt oder zu verletzlich fühlt und das nicht aushält.

00:39:02: Und dann ziehst du das an, aber eigentlich ist das eine Illusion!

00:39:05: Du machst dich schön, aber in Wirklichkeit ist es nicht so.

00:39:08: Verstehst

00:39:08: du was ich meine?

00:39:09: Ja ja total, das ist eine sehr spannende Frage und ich würde sagen... Ich war definitiv an dem Punkt wo ich das genau so verschiedene Punkte... Ich hatte Punkte wo ich gesagt habe Wunder glaube ich überhaupt nicht dran.

00:39:18: und dann eben diese Punkte ich will dran glauben.. Aber eigentlich glaube ich gar nicht dran, sondern ich versuch's mir irgendwie nur einzureden und ich würd'e sagen Es ist immer wieder eine Entscheidung von mir.

00:39:28: Ich habe mich entschieden, ich möchte an Wunder glauben auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt weil ich an das glaube was die Bibel mir über Gott sagt.

00:39:37: und da sind ganz viele wunderschichten drin.

00:39:40: Und ich muss aber auch dazu sagen ich würde sagen ich hab definitiv wunder erlebt nur nicht immer die für die ich gebetet habe.

00:39:46: Aber dann kann es sein, ich bulge noch mal ein bisschen nach.

00:39:51: Mir ist der Glaube durchaus vertraut, aber ich bulg trotzdem ein wenig nach.

00:39:56: wenn uns jetzt jemand zuhört und sagt ja das was du von Abschied erzählst, von Trauer, von Schmerz, von Wut, von Nichtverstehen, von Zweifel... Das alles kenne ich, das erfahre ich auch.

00:40:08: Aber mich ärgert das richtig, wenn du jetzt dir alles so irgendwie eine Soße drüber gießt, die so religiös ist und sagt ja Gott ist trotzdem gut.

00:40:16: Es ist am Ende trotzdem er war doch immer da Und am ende wird auch alles gut werden.

00:40:21: Nee verdammt es wird nicht gut.

00:40:22: Kannst du das verstehen?

00:40:23: Ich

00:40:23: kann das verstehen und ich würde sagen zu all diesen Menschen, genauso hab ich auch gefühlt.

00:40:28: Und lass es raus, sag es Gott!

00:40:30: Sag es vielleicht jemanden, wo du glaubst, wenn da ein Gott ist, dann sag ich dir genau das und zwar dass ich's richtig scheiße finde so wie sie es ist und wie sichs anfühlt ... Ich habe auf ganz viele Fragen immer noch keine Antwort.

00:40:42: Ich hab aber für mich... Das ist einfach nur mein persönliches Erleben, das ist wie ich es empfunden hab, wie ich glaube gemerkt, dass mich das gar nicht unbedingt weiterbringt.

00:40:53: Ich halte mich da so drin gefangen und fest Und ich möchte akzeptieren, ich glaube an ein Gott der größer ist wie ich.

00:41:00: Der mehr weiß und der mehr versteht und ich muss manche Dinge vielleicht einfach akzeptiert.

00:41:06: Aber ich hatte auch Erlebnisse für die ich sehr dankbar bin wo ich sagen würde da ist Gott mir definitiv begegnet.

00:41:14: Wenn jetzt jemand sagt okay ich kann das nicht glauben?

00:41:18: Auch was in der Bibel steht um Gott es ist mir einfach fremd und ich weiß es nicht.

00:41:22: Wie könnte denn den ersten Schritt aussehen um sich ein bisschen der Erfahrung, die du gemacht hast anzunähern.

00:41:29: Ein erster kleiner Schritt?

00:41:31: Was würdest du raten?

00:41:33: Ähm

00:41:33: ... Vielleicht ist einfach

00:41:35: ... Du erzählst

00:41:36: deine Geschichte!

00:41:37: Ja?

00:41:37: Vielleicht ist es einfach mal auszusprechen und den Ball Gott zuzuspielen und zu sagen hey genau so ist meine Situation.

00:41:45: ich glaube einfach nicht dass es dich gibt.

00:41:47: aber wenn es dich vielleicht doch gibt oder es nur dieses kleine Pünktchen Wahrscheinlichkeit gibt dann zeig dich mir bitte

00:41:53: Ich finde das eigentlich einen guten Hinweis Zudem Gott zu schreien, an denen ich gar nicht glaube und sage.

00:41:59: Ich glaub nicht dass es das gibt aber... ich sag trotzdem wie dreckig ist mir gerade.

00:42:03: Ja probierst was soll passieren außer dass nichts passiert?

00:42:07: Und vielleicht wird Gott aber überraschen.

00:42:09: so wer mich öfter mal überrascht hat grad an den tiefsten Punkten und ich habe auch aufgeschrieben und da kam nichts zurück!

00:42:14: So hat sich's angefühlt.

00:42:16: Aber dann wieder kam etwas zurück und ich verstehe bis heute nicht warum es manchmal so läuft.

00:42:21: manchmal so läuft.

00:42:22: Tiana, vielen Dank, dass du deine Geschichte teilst.

00:42:24: Auch dein Nicht-Verstehen und die Wundererfahrungen und das, wo die Wunden ausgeblieben sind.

00:42:31: Danke für deine Offenheit!

00:42:32: Das ist ganz stark, das zu hören.

00:42:34: Und ich glaube doch ein Mutmacher für viele vor allem auch weil es ja doch eine Erfahrung gibt, die du schon erzählt hast.

00:42:40: Deine kleine Tochter Lou ist geboren letztes Jahr Und da ist wieder neues Leben in der Familie.

00:42:46: Ich geb dir zum Schluss unseres Gesprächs drei Satzanfänge, die ich dich bitte zu voll enden und der erste Satz heißt wenn ich Lou also deiner kleinen Tochter einmal von ihrer Oma erzähle dann sage ihr das sie

00:43:01: Sie unglaublich lieb gehabt hätte.

00:43:04: Wenn ein Mensch am eigenen Leben zweifelt Dann rate ich

00:43:10: Daran festzuhalten dass sie zum leben berufen sind Dinge gibt im Leben.

00:43:15: Und Menschen gibt in ihrem Leben, die nur sie prägen können und für die Sie unglaublich wichtig sind.

00:43:23: Für die, die ganze Welt zusammen stürzen sollte wenn sie wirklich Schritte gehen würden in eine andere Richtung und dass ich glaube, dass sie es auch schaffen können.

00:43:32: Dass sie festhalten sollen am Leben und allem Guten das es hier gibt.

00:43:37: Letzter Satz!

00:43:38: Wenn morgen ein Tag wäre an dem alles möglich wäre dann würde ich zuerst...

00:43:44: Ja, wahrscheinlich würde ich schon versuchen einen kleinen Blick zu erhaschen irgendwie auf meine Mama und meinen Papa.

00:43:50: Und ihnen so gerne erzählen auch was aus dem Leben meines Bruders geworden ist meiner Schwester wie viel Gutes wir auch erfahren durften.

00:43:58: Und gleichzeitig würde ich mir natürlich wünschen dass an diesem Tag ganz viele andere Menschen die vielleicht mit ähnlichen Dingen kämpfen gerade auch vielleicht mit Krebs oder mit Suizidgedanken da wirklich Heilung erfahren dürfen.

00:44:12: Schöner, danke für deinen Besuch.

00:44:14: Für dein offenes Herz und alles Erzählen!

00:44:16: Ich wünsche dir alles Gute, Gottes Segen und dass du doch immer mal wieder mit deiner schönen Familie zusammen auch ein paar Wunder

00:44:24: erlebst.

00:44:25: Ja, danke.

00:44:26: Das wünsche ich euch auch noch einmal.

00:44:28: der Hinweis wenn ihr Zweifel habt an eurem Leben vielleicht am großen Ganzen und wenn euch sogar Suizidgedanken kommen sollten dann zögert nicht nehmt Hilfe in Anspruch.

00:44:39: Sucht zum Beispiel die Telefonseelsorge auf.

00:44:41: www.telefonsealsorge.de ist eine gute Adresse.

00:44:44: oder die Telefonnummer Nullachthundert, Einhunderteilf, Nulleinhundertelf und ansonsten wünsche ich euch dass ihr eine Hoffnung habt, die euch trägt ein Stück Himmel im Herzen.

00:44:55: wie immer wünsch ich euch das und damit viel Freude beim Weltverändern!