Sie hat 5 Kinder verloren – heute hilft Birgit Rutz anderen Frauen

Shownotes

Birgit Rutz begleitet Eltern, wenn das Unfassbare passiert: Ihr Kind stirbt vor oder bei der Geburt. Birgit hat selbst 5 Kinder in der Schwangerschaft verloren und daraufhin „Hope's Angel” gegründet. Sie erzählt von stillen Geburten, Schuldgefühlen und davon, was Betroffenen hilft. Ein berührendes Gespräch über Schmerz, Würde und Hoffnung, die trägt.

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00:00:00: Nach der fünften Fehlgeburt habe ich, da war ich gerade in meiner Sterbe-Begleiterausbildung auf meinem Bett gesessen und hab gesagt was stimmt mit mir

00:00:07: nicht.

00:00:14: Herzlich willkommen zu Hoffnungsmensch dem Podcast mit Menschen die mit dem Himmel im Herzen die Welt verändern.

00:00:19: Heute bei mir zu Gast Birgit Rutz.

00:00:22: Stell dir vor du bist schwanger Und dein Kind stirbt.

00:00:26: Was ist jetzt zu tun?

00:00:28: wohin?

00:00:28: Mit der Trauer, mit der Ohnmacht, mit dieser Hilflosigkeit.

00:00:32: Wie kann das Leben überhaupt weitergehen?

00:00:34: Auf Wegen wie diesen begleitet Birgit.

00:00:36: Sie ist Geburts- und Trauerbegleiterin für Menschen, wo der Geburtstag und der Todestag zusammenfällt.

00:00:43: Und für viele ist sie inzwischen zu einem Engel der Hoffnung geworden!

00:00:47: Birgitt, schön dass du da bist.

00:00:49: Danke Steffen, dass ich hier sein darf.

00:00:51: Herzlich willkommen.

00:00:52: Hopes Angel heißt im Verein den Du gegründet hast.

00:00:56: Wie ist es dazu gekommen?

00:00:58: Ja also ich würde sagen die Gründerin bin eigentlich nicht ich sondern unsere Tochter Hope aus der das entstanden ist, unser drittes Kind was gestorben ist.

00:01:09: und wir haben damals in Kalifornien gelebt.

00:01:13: Mein Mann war da stationiert bei der Berufssoldatis genau und genau da hatte ich wie man es landläufig nennt eine Fehlgeburt und ich habe damals einen Platz gesucht wo ich mich von Hoop verabschieden kann.

00:01:28: Und ein Freund erzählt mir von einer Organisation, die es in San Diego gibt.

00:01:32: Die heißt Garden of Innocence, Garden der Unschuld und die haben sich zur Aufgabe gemacht Todgeborene Kinder würdig zu beerdigen da wo die Eltern das nicht selber machen.

00:01:44: Ich bin dann zu diesem Friedhof hingefahren, wo dieses Stück Land ist, wo diese Kinder beerdigt werden.

00:01:53: Man muss so einen kleinen Hügel hochgehen Um da anzukommen, als ich diesen Hügel hoch ging, merkte ich, dass sich sehr bewegt war.

00:02:00: Mir liefen die Tränen und ... Als ich oben ankam, hab ich gedacht das ist der richtige Ort um mich von Hof zu verabschieden Und ich bin dann hingeblieben an dieser Organisation.

00:02:10: Ich bin da relativ schnell die Vizepräsidentin geworden, von

00:02:14: diesem

00:02:15: Verein da genau.

00:02:16: Es war auch ein gemeinnütziger Verein und war zuständig für alles was zu tun war.

00:02:21: Ich hab die Kinder aus der Pathologie geholt im Krankenhaus Die Verstorbenen, ich habe sie zum Bestatter gebracht.

00:02:26: Ich habe einen Sarg gebaut, ich hab das Bibi da reingelegt Trauerfeiern vorbereitet und mit durchgeführt auch Öffentlichkeitsarbeit.

00:02:36: Es gibt sogar tatsächlich im Union Tribune, das ist die Tageszeitung des San Diego County in Riesenblatt.

00:02:43: Gibt es einen Interview mit mir?

00:02:45: Ja, das habe ich auch extra aufbewahrt.

00:02:48: Dann mussten wir ja irgendwann wieder zurück.

00:02:52: Ich wusste, ich möchte was in der Art machen.

00:02:55: Was mir da aber gefehlt hat ... Eltern nicht part des Ganzen sind.

00:03:00: Die werden sozusagen außen vorgehalten und ich wollte gerne irgendwas schaffen, was Eltern befähigt in dieser schwierigen Situation die Dinge tun zu können, die sie tun müssen.

00:03:13: Und daraus ist dann irgendwann nachdem wir dann Zeit brauchten bis wir wieder angekommen sind in Deutschland

00:03:19: usw.,

00:03:19: wo ich noch ein paar Ausbildungen gemacht habe es dann Hoops Angel entstanden weil ich gerne den Menschen Hoffnung geben wollte.

00:03:26: Begeht du bist?

00:03:27: Mutter von sieben Kindern.

00:03:30: Zwei davon leben, sind sechsundzwanzig und dreißig Jahre alt heute.

00:03:35: Fünf sind während der Schwangerschaft verstorben.

00:03:38: Du sagst trotzdem Mutter von Sieben Kindern.

00:03:41: das ist bemerkenswert.

00:03:43: Erzähl uns mal kurz deine Geschichte dieses Stück Familiengeschichte.

00:03:50: Also für mich ist es eigentlich ganz selbstverständlich weil für mich waren dass immer sofort wenn sie da waren meine Kinder

00:03:57: Abschwangerschafts-Begin.

00:03:58: Genau, also ab positiven Schwangerschaftstests wusste ich dass ich nochmal Mutter bin und

00:04:05: nicht Mutter werde es oder Mutter bin

00:04:08: ja.

00:04:08: Ich finde auch das dieses was wir so landläufig immer mit werdenden Eltern bezeichnen Das ist eigentlich genau auch besonders in unserem Thema muss man sagen eigentlich sehr hinderlich weil Wir sterben dann die Kinder eben in der fünften, zehnten, zwanzigsten Schwangerschaftswoche.

00:04:24: Fragen sich die Eltern oft?

00:04:25: Bin ich denn Eltern?

00:04:27: und Eltern werde ich nicht nach vierzig Wochen wenn ein lebendes Kind zur Welt kommt?

00:04:32: dieser Begriff der werdenden Eltern kommt ja auch aus einer Zeit indem wir noch nicht so in den Bauch der Mutter gucken konnten wie wir das heute können.

00:04:39: aber wir sind Eltern.

00:04:41: dem Moment wo dieses Leben entsteht Und das stand für mich auch nie aus der Frage.

00:04:46: Ich hab das auch nie hinterfragt, also das war einfach tief in mir drin.

00:04:50: Das waren immer meine Kinder.

00:04:51: Ich wusste auch sofort, ob es ein Junge oder Mädchen ist, obwohl sie sehr früh gestorben sind ... Ich hatte auch immer sofort einen Namen.

00:05:00: Also ich für mich hatte das.

00:05:02: Das sah mit meinem Mann ganz anders aus aber ... Wollte

00:05:04: grad sagen wir habt ihr das diskutiert?

00:05:06: Wie kamst du auf den Namen Hope?

00:05:09: Ach, das war grad so eine Zeit in der wir Hoffnung brauchten.

00:05:13: Da passte halt Hope und ... Das war eigentlich der Freund damals, was war die Erste, die mich erzählt hatte?

00:05:20: Davon tatsächlich noch vor meinem Mann, dass ich schwanger war und dass ich es verloren habe.

00:05:25: Und ... Der fragte, möchtest du dem Kind einen Namen gehen haben?

00:05:31: Ich sagte ja, ich möchte sie gerne Hope nennen!

00:05:33: Das war irgendwie immer gleich da.

00:05:36: Ja.

00:05:36: Das hätte ja auch ein anderer Name sein können, weil Verzweiflung vielleicht näher ist als Hoffnung.

00:05:41: Nee also...

00:05:43: Weil ich Ihnen nochmal gefragt.

00:05:45: Fünf Schwangerschaften die dann nicht zu einer Lebendgeburt geführt haben.

00:05:51: Wie habt ihr diese Schwangerschaften erlebt?

00:05:54: Und Ich will mal so fragen wie habt ihr den Mut, die Freiheit gefunden wieder obwohl man Schwangersschaften ja nicht planen kann und das immer auch ein Stück unverfügbar bleibt?

00:06:06: Ich habe wieder auf ein neues Kind zuzugehen.

00:06:10: Man muss sagen, dass das erste Kind, das gestorben ist, nach meinem Sohn gestorbt wurde.

00:06:16: Ein Jahr, nachdem ich ihn bekommen habe, war ich schwanger ohne, dass ich es wusste.

00:06:22: Ich war zum Arzt, weil ich Blutungsprobleme hatte und der hat mir dann mitgeteilt, dass sich schwanger war und eine Fehlgeburt hatte.

00:06:30: Das heißt ... völlig unvorbereitet getroffen.

00:06:35: Ich wusste gar nicht, was ich damit anfangen sollte.

00:06:39: Ich hab's dann meiner Freundin erzählt, die hat aber nur gesagt ... Das kann gar nicht sein?

00:06:43: Mach dir mal nicht so ein Kopf!

00:06:45: Und dann wusste ich schon gar nicht mehr, wie ich das meinem Mann erzählen sollte.

00:06:49: Dem habe ich es dann auch eher nebenbei eine sachliche Information übergeben.

00:06:52: Er hat dann noch gefragt, was machen wir jetzt damit?

00:06:54: und hab gesagt, weiß ich auch nicht.

00:06:56: Damit war das Thema eigentlich erst gegessen.

00:06:58: Da war das schon vorbei.

00:06:59: Es gab Blutungen und so ist ... Genau,

00:07:01: ohne dass ich wusste,

00:07:05: Genau, ist das jetzt einfach so ein medizinischer Vorgang?

00:07:09: Es gibt eine Blutung.

00:07:10: Da war was oder ist es der Verlust eines Kindes?

00:07:14: Das sind völlig verschiedene Kategorien.

00:07:16: Genau da konnte ich das für mich auch überhaupt noch nicht einordnen.

00:07:19: Das wurde dann tatsächlich eingeordnet als ich drei Jahre später mit unserer Tochter schwanger war.

00:07:24: Das war auch keine einfache Schwangerschaft.

00:07:26: Auch da war schon einen Tag nachdem ich erfahren habe dass ich schwanger bin hatte die ersten Blutungen.

00:07:32: Da haben wir schon gedacht, das war's.

00:07:34: Aber es hat sich dann Gott sei Dank weiterentwickelt.

00:07:38: Es war immer schwierig, hab auch mehrere Mal im Krankenhaus gelegen und so weiter ... aber ich habe während dieser Schwangerschaft tatsächlich von einem Jungen geträumt auf dem Bahnhof.

00:07:50: Und der vom Zug überfahren wurde und gestorben ist.

00:07:53: Da hatte große Angst in mir gemacht, weil ich gedacht habe, dass ist das Kind was in meinem Bauch is'.

00:08:00: Und Gott sei Dank, muss ich sagen, hatte ich damals einen unfassbar genialen Chefarzt in dem Krankenhaus, wo ich betreut wurde.

00:08:07: Der mir gesagt hat Frau Rutz das ist nicht ihr Kind in ihrem Bauch.

00:08:11: Das ist das Kind was sie verloren haben von dem Sie geträumt haben und hat mich dann zu einer Psychologin geschickt die Gott sei dank auch sehr fähig war die mir geholfen hat das so ein bisschen einzuordnen.

00:08:21: Dann hatte ich aber viel zu tun einfach mit dieser Schwangerschaft.

00:08:25: meine Tochter ist auch vier Wochen zu früh geboren war immer schwer krank, also damit war ich eigentlich sehr beschäftigt.

00:08:33: Und danach war für uns eigentlich das Thema Bewusst Kinder zu haben auch erledigt.

00:08:39: aber da wir halt nicht verhütet haben oder so bin ich dann noch dreimal schwanger geworden.

00:08:45: Aber es war nie danach der Wunsch, noch mal bewusst Kinder zu bekommen.

00:08:50: Ich hab mich schon nach der fünften Fehlgeburt ... Tatsächlich kann ich mich erinnern auch, da war ich in meiner Sterbebegleiterausbildung auf meinem Bett gesessen und hab gesagt was stimmt mit mir nicht?

00:09:00: Also... Was ist da los, dass das immer so endet?

00:09:05: Birgit und allein wenn du jetzt schon so von dir erzählst, das ist ein Riesenthema.

00:09:10: Es stellen sich so viele Fragen ganz persönlichs in die zutiefst verunsichern.

00:09:15: Was stimmt mit mir?

00:09:16: Mit uns nicht?

00:09:17: wie geht man als parter mit um und als ganze familie?

00:09:21: Und in diesen Fragen begleitest du, es ist ein Riesenthema.

00:09:24: Ich glaube, fünfzehn Prozent der Schweinerschaften sind Fehlgeburten.

00:09:27: Habe ich mal gelesen?

00:09:28: Ich weiß gar nicht ob das stimmt.

00:09:30: Ja, das ist ganz schwierig mit diesen statistischen Fehlgeburten an sich tatsächlich und werden mich richtig vernünftig... statistisch erfasst, wenn wir so alle zusammenzählen auch Todgeburten.

00:09:42: Auch zum Beispiel Abbrüche und so weiter die ja alle irgendwie auch in diese Kategorie gehören dann landen wir ungefähr bei zweihunderttausend Fällen im Jahr in Deutschland.

00:09:50: So und damit ist schon eine Marke genannt.

00:09:52: Ja

00:09:53: Und das sind ein Teil davon.

00:09:55: der Menschen begleitest du und darüber reden wir gleich weiter.

00:10:00: Vorher ne kleine Entwederoder-Frage Runde die zu diesem Podcast gehört.

00:10:03: ich geb dir zwei Alternativen.

00:10:06: Du entscheidest dich für eine oder legst den Tritt dazu, oder verwirbst das Ganze?

00:10:10: Es ist nicht immer ganz ernst gemeint aber hat manchmal ein bisschen Hintergrund.

00:10:15: Ein Klassiker zu Beginn.

00:10:16: Café- oder Tee.

00:10:18: Ja ich weiß es schon vom Vogelspräch kein Kaffee verstehe ich nicht Aber...

00:10:22: Ich mag einfach keinen Kaffees.

00:10:24: Die Menschen sind verschieden.

00:10:25: Rosa und Blau.

00:10:27: Oh beides

00:10:29: So der Klassika im Krankenhaus.

00:10:32: blau und rosa Leicht oder schwer

00:10:37: leicht.

00:10:38: Anpacken oder loslassen?

00:10:42: Das kommt darauf an, also da wo anpacken sich lohnt auf jeden Fall anpackn meine Divise ist ja auch geht nicht gibt es nicht.

00:10:52: aber da wo's auch wertvoll ist einfach mal loszulassen auf jeden fall los lassen.

00:10:57: manchmal muss man vielleicht auch loslassen um

00:10:59: neu

00:11:00: anpackend zu können.

00:11:02: Verlust oder Gewinn?

00:11:04: Gewinn

00:11:05: Anfang oder Ende?

00:11:09: Ich glaube Ich würde einfach nur das Leben mittendrin nehmen, gar nicht Anfang oder Ende.

00:11:15: Oder immer wieder neu anfangen?

00:11:18: Heißt es ja vielleicht auch!

00:11:19: Aber

00:11:19: ich nehme ja immer schon wieder was mit aus dem, was ich schon erlebt habe also...

00:11:25: Letzte Alternative die ich so nennen möchte, Schuld- oder Scham.

00:11:30: Ich wäre froh wenn es beides nicht gäbe, also...

00:11:34: Aber beides ist da!

00:11:35: Wenn eine Frau ne Fehlgeburt erlebt, vielleicht auch in besonderer Besondere Weise oder kannst du das ein bisschen beschreiben, wie du das erlebst?

00:11:47: Ja also gerade wenn es um Fehl- und Todgeburten geht dann ist diese Schuld-und Schamfrage in der Regel eine Frage der Mama die das Baby im Bauch hat.

00:11:56: Wir haben ja auch manchmal nicht nur die klassische Variante Mutter Vater sondern auch Mama Mama.

00:12:03: Und das ist in der regel immer eine Geschichte der Mama, die das baby im bauch hatte weil Ich meine, der Bauch ist der sicherste Ort der Welt.

00:12:11: Und wir als Mamas sind dafür zuständig, dass unsere Babys da drin geschützt werden.

00:12:16: und wenn unsere Babies da sterben ... haben wir dann nicht aufgepasst?

00:12:20: Was hast du falsch gemacht?

00:12:21: Ja, haben wir uns nicht genug Mühe gegeben oder verzichtet.

00:12:25: Haben wir zu viel Stress gehabt?

00:12:27: oder ja, wenn man es tatsächlich bei manchen Menschen auch irgendwie im Glaubenskontext sieht, das uns ja oft begegnet werde ich bestraft für etwas, was ich falsch gemacht habe.

00:12:41: Was ich eine ganz schlimme Geschichte

00:12:43: finde.".

00:12:43: Womit

00:12:44: hab' ich dieses Schicksal verdient?

00:12:45: Genau!

00:12:45: Ja... Ich frag sie dann immer, was hättest du denn tun müssen, dass du so eine Strafe verdienst?

00:12:51: Dann kommen wir ganz schnell zu mal dahin.

00:12:53: zumindestens das,

00:12:57: ähm ...

00:12:57: Dass es keine Strafe sein kann.

00:12:59: Aber man muss halt neben dem Schuldgefühl erst einmal, habe ich was falsch gemacht?

00:13:06: auch bedenken, dass Schuldgefühle sind ja nicht gleich Schuld sondern Schuld gibt es in der Regel nicht.

00:13:13: Sondern nur Schuldgefühl und die haben auch immer eine Funktion.

00:13:17: also gerade am Anfang und das ist immer wichtig.

00:13:20: ich sehe mich immer so ein bisschen als Aufklärerin oder als Educator oder wie man das nennen möchte.

00:13:27: Ich versuche den Menschen immer zu erklären was passiert dabei bei dir eigentlich?

00:13:30: warum fühlst du grade?

00:13:31: Wie du fühlts?

00:13:33: Und Schuldgefühle sind gerade am Beginn eine Möglichkeit Kontrolle zurückzuerlangen.

00:13:39: Ich hab ja keine Kontrolle darüber, dass mein Baby gestorben ist... Wenn ich aber anfange, mir Gedanken zu machen.

00:13:45: Bin ich vielleicht schuld?

00:13:47: Dann ist für viele im ersten Moment es leichter zu ertragen dass sie selber schuld daran sind als das etwas passiert was außerhalb ihrer Kontrolle ist.

00:13:55: Du

00:13:55: kriegst dir das Chaos wieder in irgendeine vermeintliche ordnung

00:13:58: Genau.

00:13:59: und außerdem dadurch dass sich mit diese fragen immer stelle hätte ich vielleicht dies oder jenes tun sollen fang ich an zu verstehen was da eigentlich passiert.

00:14:07: Wir lassen uns noch mal in die Situation hineingehen.

00:14:10: Oft ist es so, wir setzen mal voraus, es handelt sich um ein Wunschkind, eine Frau wird schwanger, ein Paar erwartet ein Kind und irgendwann vielleicht ab der zwölften Woche ... Es wird unterschiedlich praktiziert, wird das verkündet im Freundeskreis und man verschiegt vielleicht ein Foto vom Ultraschall und sagt hey, wir freuen uns und viele freuen sich mit!

00:14:31: Und dann irgendwann, in der fünftzehnten, in den achtzenden oder zwanzigsten Woche oder noch später kommt die Nachricht, das Kind ist, lebt nicht mehr.

00:14:42: Da bist du erst mal völlig überfordert hilflos- sprachlos, du kommunizierst nicht mehr und es ist eine Riesenhürde das überhaupt zu sagen, das wieder einzuholen was du vorher in die Welt gesetzt hast an froher Nachricht.

00:14:58: wie begleitest Du Menschen in der Situation?

00:15:03: Na ja, man muss wissen das ist tatsächlich eine existenzielle Krise die da passiert auch wenn den Menschen natürlich von außen Ja immer gleich so nette Sachen gesagt werden wie du bist ja noch jung Du kannst ja noch viele Kinder haben.

00:15:16: Du hast ja schon zwei Kinder oder jetzt weißt du wenigstens dass du schwanger werden kannst.

00:15:21: Da wird es sofort bagatellisiert und banalisiert.

00:15:24: Es ist noch gar kein richtiges Kind,

00:15:27: oder?

00:15:27: Vielleicht hatte es seinen Sinn all diese Geschichten, die man hört.

00:15:32: Von außen wird das sofort nach unten gedrückt.

00:15:35: Für die Eltern ist es aber tatsächlich in der Regel eine existenzielle Krise.

00:15:39: Existenziell heißt ein Riesendingen.

00:15:43: Und da wir das am Anfang nicht so einschätzen können, was passiert da eigentlich?

00:15:46: Gerade gehen wir immer erst in einen unserer Überlebensmodi.

00:15:49: Das ist ja Fluchtkampf oder Erstarren und da bleibe ich... Flucht

00:15:54: Kampf oder Er.

00:15:55: starren über Lebensmodi?

00:15:57: Genau.

00:15:57: Also am Rande notiert es.

00:15:59: Genau, da gehen wir rein.

00:16:00: Das ist unser Sicherheitsraum in dem wir erst mal gehen um dann zu gucken Ist das jetzt für mich gerade lebensgefährlich oder nicht?

00:16:08: Kann ich das überleben oder nicht?

00:16:10: und da setz' ich eigentlich an mit dem Ich sag's jetzt mal so ein bisschen plastisch Du kannst es überleben Du darfst also dich ganz langsam aus diesem Sicherheitsraum rausbewegen, weil du musst unfassbar viele Entscheidungen treffen.

00:16:25: Wie gehe ich mit dem um?

00:16:26: Gerade auch in der Akutsituation möchte ich mein Kind sehen.

00:16:29: All diese Geschichten sind unfassber wichtig.

00:16:32: so lange ich aber in diesem Überlebensmodus bin kann ich keine Entscheidung treffen.

00:16:36: das sind nur Sicherheitsimpulse die da kommen die meinen überleben sichern Aber nicht den Umgang damit.

00:16:43: Und da müssen wir eigentlich hinkommen, das heißt ich öffne den Raum indem ich erstmal erlaube dass es so groß sein darf wie's sein muss bei jedem

00:16:51: Wie es einfach ist Genau

00:16:54: und gebe dann aber auch und glaubt da beginnt das erste mal das Hoffnungsthema schon denn ganz oft werde ich gefragt Schaffen wir das oder können wir jemals wieder glücklich sein?

00:17:05: Und dann sage ich, ja das schafft ihr und ihr könnt auch wieder glücklich sein.

00:17:09: Dafür braucht es natürlich Zeit und viele Schritte und viele Dinge die man tun muss.

00:17:13: und damit helfe ich ihnen aus diesem Sicherheitsraum langsam rauszukommen und dann gucken wir zusammen was getan werden muss.

00:17:23: Ich erkläre Ihnen ganz oft emotionale Prozesse aber auch alles was medizinisch auf sie zukommt emotional, rechtlich all diese Geschichten.

00:17:33: Denn Wissen gibt uns Orientierung und das schafft dann im Ende wieder Sicherheit.

00:17:38: Und das ist ja das was die Menschen in dem Moment

00:17:41: brauchen.".

00:17:42: Was kommt denn so als nächstes auf einen zu?

00:17:45: Der erste Schritt ist sehr oft oder ich mutte mal so ein bisschen aber was sich so hören von Erzählungen auch kenne dass dann schnell wenn den Diagnose kommt Das Kind ist verstorben oder das Herz schlägt nicht mehr, dass es auf die Welt gebracht werden muss.

00:18:01: Ziemlich bald.

00:18:03: Dann also eine Geburt in der Regel eine normale Geburt?

00:18:10: Wie ist diese Situation, dieses stille Geburt dieser Moment wo ein kind auf die welt kommt und dann nicht schreit im kreisaal diese stille im krei saal?

00:18:23: Dieser moment ist doch eine besondere schwere Sollte eigentlich so nicht sein.

00:18:33: Also ich habe ja schon viele solcher Geburten begleitet und Ich erlebe immer, wenn wir es gut vorbereitet haben also gut da reingegangen sind Nicht in Hetze in alle sondern ganz in Ruhe die Prozesse angeschaut haben Entscheidungen getroffen haben.

00:18:49: Und soweit dann ist es nicht nur Oh Gott da kommt jetzt ein totes Kind Sondern da is auch mit bei.

00:18:56: Ich darf mein Kind kennenlernen, ich darf schauen wie es aussieht.

00:19:01: Fühlen das zu mir gehört?

00:19:02: Ich habe noch mal eine Möglichkeit, meinem Kind auch meine Liebe zu zeigen.

00:19:06: Das heißt, es ist eigentlich ein Raum der mit unfassbar vielen Gefühlen aufgeladen ist und der Schmerz- und Trauernliebe gleichzeitig beinhaltet.

00:19:15: Und Schmerze und Trauer gibt's ja nur weils die Liebe gibt.

00:19:18: Würde ich meinen Kind nicht lieben so sehr würde es auch nicht wehtun.

00:19:24: Das Wichtige, dass wir in diesem Moment den Raum für beides öffnen.

00:19:29: Alle, die wir gemeinsam da sind und nicht nur auf die Schwere schauen ... Die ist von alleine da!

00:19:35: Die müssen wir nicht noch extra betonen, sondern das wir alles fördern sozusagen was in dem Moment da ist auch die Liebe.

00:19:44: Und ich erlebe das trotz der Stille oder vielleicht durch die Stille manchmal als sehr friedlich wenn alle mitmachen.

00:19:55: Also wenn keiner das Gefühl hat, er muss da jetzt irgendwas reißen oder verändern.

00:20:00: Oder irgendwas besonders betonen.

00:20:02: Sondern wenn alles einfach da sein darf, hat es auch was Friedliches also ein friedliches ankommen?

00:20:09: Ich finde das ganz bemerkenswert und ich glaube etwas ganz Wesentliches, was du da sagst dass Es um Liebe geht.

00:20:15: ja also Dass Auch Ja Das Deutlich wird.

00:20:20: Hey Du Darf Dieses Kind Lieben.

00:20:22: Die Liebe, die da in dir ist und die ein bisschen auch auf Zukunft ausgerichtet ist.

00:20:26: Die es so nicht gibt?

00:20:28: Die ist trotzdem da!

00:20:29: Und die darf in gewisser Weise immer da sein.

00:20:33: Genau also die Liebe bleibt.

00:20:35: Die geht nicht weg, auch wenn mein Kind gestorben ist... Ich erlebe ja oft diese Situation, die du am Anfang beschrieben hast.

00:20:44: Man bekommt diese Nachricht und hat das Gefühl, dass die Liebe nicht mehr da ist.

00:20:49: Die ist aber da!

00:20:50: Die habe ich nur gerade die Tür zugemacht, weil ich erst mal sehen muss, was sich noch aushalten kann.

00:20:55: Und ich sage ganz oft zu den Eltern, dieses Kind ist trotzdem noch das Kind, was du in Liebe gezeugt und bisher erwartet hast auch wenn es jetzt verstorben ist.

00:21:04: Daran ändert sich ja nichts.

00:21:06: Dann merkt man sehr oft dann fangen sie an zu weinen wieder.

00:21:11: Und in dieser Liebe müssen wir dann eben auch zusammen gucken, was sind die nächsten Schritte?

00:21:15: Nicht in der Angst wo Gott kann ich das aushalten?

00:21:18: man merkt halt sehr oft die Menschen sind immer erst in diesem.

00:21:20: Ich möchte so schnell wie möglich daraus und so wenig wie möglich dazu mit zu tun haben.

00:21:25: Das

00:21:25: ist doch ein Reflex auch.

00:21:26: also wie werde ich überhaupt bereit jetzt diese Geburt die Wehen die Schmerzen das alles durchzustehen wenn es dieses Ziel nicht gibt deinen Baby in der Hand zu haben für dass du die ganzen Strapazen auch durchhältst.

00:21:38: ja

00:21:40: Das ist eine besondere Herausforderung.

00:21:43: Wie erlebst du Mütter in der Situation und wie die Väter?

00:21:50: Man kann es gar nicht pauschal beantworten, wahrscheinlich.

00:21:52: Die Väter oder Co-Mütter haben natürlich die Möglichkeit sich mehr in die Distanz zu schieben, weil sie müssen das Kind ja nicht zur Welt bringen.

00:22:02: Bei den Müttern ... Auch im ganzen Prozess, dass immer beides sein darf.

00:22:08: Wenn ich gerade richtig wütend bin und kein lebendes Kind haben werde, dann hat das jetzt gerade Raum.

00:22:14: oder wenn ich ganz traurig darüber bin ... Wichtig ist, den Raum für alle Gefühle zu halten.

00:22:20: Damit eine gute Geburt stattfinden kann.

00:22:23: Ich geb den Eltern mit dann auch mal dieses Vendo so bist und versuchst alle Gefülle zu unterdrücken.

00:22:28: Dann kann kein Baby kommen.

00:22:31: Wir müssen den Raum öffnen.

00:22:33: Manchmal muss es erst noch mal bitter geweint werden bevor es losgeht.

00:22:39: Aber es darf immer alles zu jeder Zeit sein.

00:22:41: Es geht auch nicht darum, irgendwas zu beschönigen oder so.

00:22:43: aber ich erlebe immer wieder das und das sage ich den Eltern auch auf dem Vorhinein wenn ihr sozusagen die Augen zumacht und nur Augen zu und durch nehmt ihr euch auch diesen ganzen Part der Liebe denen ihr dann erlebt.

00:22:56: denn Die Mütter haben natürlich den Vorteil die das Baby zur Welt bringen.

00:22:59: die haben ja auch einen guten Hormonausschluss nach der Geburt er ihnen tatsächlich hilft ganz viel Oxytocin, das Bindungshormon.

00:23:07: Was auch dazu führt, dass ich mein Baby eigentlich gerne bei mir haben möchte und die Eltern erleben oder beschreiben die Zeit oft als schrecklich schön, die sie mit ihrem Kind haben?

00:23:18: Schrecklich

00:23:19: Schön!

00:23:19: Ja.

00:23:22: Ihr bietet auch von eurem Hope's Angel, von euren Vereinen so eine Art erste Hilfe-Package, eine erste Hilfetasche an.

00:23:30: Was ist da alles drin?

00:23:32: Genau es ist ein erster Hilfe- Päckchen ist einmal unsere Erinnerungsbox drin.

00:23:37: Das ist so eine wirklich sehr schöne Magnetbox, mir ist mal wichtig dass das auch schön ist in diesem Thema.

00:23:42: es ist schon schlimm genug.

00:23:44: da sind tatsächlich verschiedene Dinge drinnen die nicht einfach nur soda drin sind sondern haben wir uns bei gedacht das ist einmal um sie emotional abzuholen einfach mit Taschentücher einer Kerze einem Tee der wärmt.

00:23:55: es sind aber auch dinge die die Eltern schafft unterstreichen.

00:23:58: es ist immer ein armband für die Mutter und für den Vater darin.

00:24:01: man muss tatsächlich sagen dieses armbands für den Papa.

00:24:04: Es ist wirklich, wird heiß gehandelt.

00:24:06: Also wir kriegen oft im Nachhinein manchmal Zuschriften wo dann Strinschenhilfe.

00:24:11: es ist was ganz Schlimmes passiert.

00:24:13: ich habe mein Armband verloren oder es ist kaputt gegangen.

00:24:15: könnt ihr ein neues schicken?

00:24:16: Das zeigt wie wertvoll das ist ne?

00:24:17: Ja also dass die Väter auch einfach gesehen werden und es sind dann auch noch ein paar Informationen da drin.

00:24:25: es ist so ein kleines Holzherz zum gestalten da drinnen so dass wir die Menschen Aktivität bringen Und das Erself-Päckchen beinhaltet aber immer auch Kleidung für das Kind.

00:24:34: Weil klar, wenn ich jetzt mein Kind am Ende der Schwangerschaft stürb dann habe ich meistens schon was gekauft.

00:24:39: Stürbt mein Kind aber zum Beispiel in einer fünftzehnten oder zwanzigsten schwanger Stadt so vor kann ich auch nichts kaufen.

00:24:45: Aber es hat eben etwas mit Würde zu tun dieses Kind auch zu kleiden und ist nicht nur irgendwo nackt abzulegen.

00:24:55: Und ihr bietet auch an dass die Kinder fotografiert werden?

00:25:00: Fotos gemacht werden von der Familie, von den Ängsten die eben dazugehören.

00:25:06: Welche Bedeutung hat das?

00:25:08: Du hast gerade schon das Stichwort Erinnerungen genannt.

00:25:10: Erinnerung ist Vertrauer ein ganz wesentlicher Punkt.

00:25:13: Geht es ja nicht um Wojarrismus oder um Erinnerunge zu schaffen und festzuhalten für den weiteren Weg.

00:25:21: Genau, Erinnerung ist ja das was uns in der Trauer trägt.

00:25:24: Also wenn ich meinen Vater vermisse der vor elf Jahren gestorben ist dann denke ich an das was wir gemeinsam hatten und es trägt mich in diesem Moment Und die Eltern deren Kinder so früh sterben haben keine oder fast keine Erinnerungen.

00:25:37: Das heißt es macht sowieso schon viel schwerere Trauer.

00:25:41: Wir sprechen hier fachlich gesehen sowieso von einer erschwerten Trauer aus verschiedensten Gründen.

00:25:47: Da sind eben Erinnerungen schaffen, unfassbar wichtig.

00:25:50: Damit wir wenigstens etwas haben was dann tragen kann.

00:25:53: und da gibt es tatsächlich inzwischen ganz viele wunderbare Vereinigungen die sogenannte Sternenkinderfotografen haben, die dann kommen und Fotos machen nicht nur von dem Kind selber sondern auch tatsächlich von der Familie, die Eltern, die ihr Kind halten.

00:26:10: Geschwisterkinder und Großeltern.

00:26:12: Es geht darum einmal so ein komplettes Familienbild zu haben.

00:26:15: Und es gibt immer erst eine Hürde.

00:26:17: also Eltern sagen immer erst so oh nein das möchte ich nicht und weil sie ja auch noch gar nicht wissen was sie tatsächlich erwartet.

00:26:23: dass ist das erste

00:26:25: große Unsicherheit.

00:26:26: einfach

00:26:27: genau wie sieht mein kind aus all diese geschichten?

00:26:31: Und das andere ist auch, dass so ein bisschen fast eine ethische Geschichte ist.

00:26:37: Den Tod fotografiert man doch nicht davon abgesehen.

00:26:40: Das Postmortemfotografie schon älter ist als du und ich zusammen.

00:26:47: Sag ich den Eltern immer wir fotografieren ja nicht den Tod sondern wir dokumentieren die Existenz deines Kindes und die Liebe die ihr füreinander habt.

00:26:55: Und dann ist es plötzlich ein ganz anderer Blickwinkel der Mann hat.

00:27:02: Birgit, wenn du das so erzählst.

00:27:04: Da bekomme ich eine Ahnung davon wie wertvoll diese Arbeit ist die Du machst und was ihr tut und was es bedeuten kann für Die betroffenen Menschen.

00:27:13: jetzt kann Es sein uns hören einige zu die sagen Mensch dass hätten wir damals gebraucht hatten wir aber nicht.

00:27:21: Bei mir ist das ganz anders gelaufen.

00:27:24: Ja Mir wurde das gesagt Wir haben das irgendwie schnell weggemacht wir haben das überhaupt nicht gewürdigt wollen das Wir haben das versucht zu verdrängen und das kannst du nicht mal zurückholen.

00:27:34: Wir können die Fotos nicht mehr machen, wir können das erste Hilfepaket nicht mehr kriegen.

00:27:38: Das ist der Moment jetzt vorbei!

00:27:41: Was dann?

00:27:44: Ja, es gibt da zwei Aspekte.

00:27:45: Das passiert uns tatsächlich in der Begleitung jeden Tag also fast jeden Tag.

00:27:49: Menschen die kommen erst danach zu uns den fehlt das alles.

00:27:54: Es gibt für mich da zwei aspekte dass eine ist wir versuchen das noch nachzuholen.

00:27:58: was wir noch nachholen können mein Kind würdigen und Ehren kann ich immer Ich kann es auch immer noch in meine Familie integrieren sind alles Dinge die noch möglich sind.

00:28:08: Fotos kann ich leider keine mehr machen.

00:28:09: Manchmal haben wir Mütter, die nach dreißig Jahren oder so uns schreiben und fragen könnt ihr nachforschen wo mein Baby beerdigt ist?

00:28:16: Weil ich keinen Abschluss fände.

00:28:21: Also solche Dinge kann man immer noch schauen.

00:28:25: Und das zweite ist tatsächlich Wir müssen mehr Schulen fortbilden, alle Menschen die in diesem Moment mit den Familien zusammenkommen.

00:28:35: Wie wichtig das ist.

00:28:36: und ich bin selber ja viel im Krankenhaus unterwegs einmal durch die Geburtsbegleitung.

00:28:40: heute mache Ich nicht mehr so viele Geburzbegleitungen Aber früher ganz viel.

00:28:45: ich bin auch schon selber ganz oft ins Seminaren unterwegs hab auch meinen Platz zum Beispiel in der Uni Klinik Cologne wo ich seit vielen Jahren immer wieder auch bei den Kollegen bin usw.

00:28:58: Die Problematik ist, dass wir glauben, dass alle geschult sind in diesem Thema.

00:29:04: Das ist leider nicht so.

00:29:05: Ärzte lernen das überhaupt nicht?

00:29:08: Die lernen einen ganz kurzen Part in ihrem Medizinstudium über Fehl- und Todgeburt.

00:29:12: Das ist der rein medizinisch technische Part, der ganze psychosoziale Part findet gar nicht statt.

00:29:19: auch bei Krankenschwestern und Pflegern kann es sein dass das ein kurzer Part ist oder nicht.

00:29:24: und selbst in der Hebammenausbildung gibt es welche die dann nur ganz kurz manche ausführlicher aber es gibt nie so eine Einheitlichkeit.

00:29:33: Dann haben wir ja noch viele andere Menschen die da unterwegs sind Und da müssen wir halt einfach mehr flächendeckend so ein Grundwissen mitgeben.

00:29:42: Das

00:29:43: ist auch ein Paar, den du dir zu eigen gemacht hast.

00:29:45: Du bist viel in der Fortbildung.

00:29:47: Du schulst, Mitarbeitende gerade in den verschiedenen Bereichen-Sektoren rundum geboren werden und sterben.

00:29:58: Mir geht es dabei gar nicht zu sagen, du-du warum weißt du nicht wie das geht.

00:30:02: Sondern wirklich ganz wertschätzend auf Augenhöhe.

00:30:04: auch ich erlebe in jedem Seminar was ich halte oder jedes mal wenn ich im Krankenhaus bin, dass die gerne wollen aber nicht wissen wie.

00:30:11: Das ist so viel Unsicherheit da, was brauchen die Eltern tatsächlich?

00:30:15: Wie nah darf ich denen eigentlich treten?

00:30:17: Niemand will ja auch übergriffig sein und solche Dinge.

00:30:21: Und da tatsächlich Wissen zu vermitteln aus den ganzen Jahren... Ich mach das inzwischen ja jetzt siebenundzwanzig Jahre einfach das weiterzugeben.

00:30:31: Ich

00:30:31: glaube, dass es überall eine Ausnahmesituation ist nicht das Eigentliche für die Hebammen nicht, für die Konekologinnen nicht, Krankenschwestern, Pfleger nicht.

00:30:41: Übrigens auch für die Pastoren oder Fahrerinnen nicht und für die Bestatter nicht.

00:30:48: Bestatterschulst du auch?

00:30:49: Ja!

00:30:50: Was bringst du denen bei?

00:30:51: Wofür

00:30:52: sind sie gelieselt so?

00:30:53: Eigentlich bring ich den auch Sicherheit.

00:30:55: Das ist das, was ich möchte.

00:30:56: Ich möchte Ihnen auch Sicherheit vermitteln.

00:30:58: Du kannst es aushalten und das schaffen.

00:31:01: Du gehst aber nicht selber kaputt.

00:31:03: Du darfst eine gewisse Distanz wahren.

00:31:05: Das hat nichts damit zu tun, dass du nicht herzlich bist.

00:31:09: Wenn ihr euch überlegt, dass wir ein ganzes Tag nichts anderes machen als uns mit verstorbenen Babys zu beschäftigen ... wäre ich schon in der Psychiatrie oder so.

00:31:21: Wie

00:31:21: gehst du denn damit um?

00:31:24: Ich glaube, ich kann sehr gut nachvollziehen von allem was Du erzählst dass das und wie das ein Thema für Dich ist auch ein Lebensthema.

00:31:32: So einen Stück weit Berufung die Du lebst.

00:31:34: Kann man eigentlich schon so sagen.

00:31:36: aber damit zu leben es ist ja einfach alles andere als ein Job.

00:31:40: Das können jetzt andere auch von sich sagen.

00:31:42: Aber es hat schon eine gewisse Schwere immer Ja Menschen in so einer Tiefen Situation zu begleiten.

00:31:50: Hast du nicht manchmal Sehnsucht nach ein bisschen mehr Oberflächlichkeit?

00:31:56: Nee, ich würde sagen nach Oberflächlichkeit nicht.

00:31:58: Also ich bin sehr dankbar über die Tiefe, die mein Leben durch alles was ich erlebt habe oder Tour hat.

00:32:05: Ich hab tatsächlich eher ein Problem mit Smalltalk oder so also der sehr oberflächlich ist.

00:32:11: Aber ich glaube es gibt gewisse Mechanismen und ich hab'n tolles Team.

00:32:15: Ich sorge gut für mich.

00:32:18: Wir besprechen Fälle, was glaube ich ganz wichtig ist.

00:32:21: Es sind nicht meine Kinder die sterben.

00:32:24: Natürlich finde ich das auf einer übergeordneten Ebene für jedes Elternpaar furchtbar, dass sie das erleben müssen und ich würde ihnen wünschen es würde ihn nicht passieren.

00:32:35: aber da kann ich mich ja nicht dran auffallen.

00:32:36: es passiert ja nun mal Aber ich muss diese Kinder nicht betrauen.

00:32:41: Das heißt, ich helfe den Eltern ihren Raum zu öffnen, damit sie trauern können und alle wichtigen Dinge tun können.

00:32:49: Und Sie müssen ihre Kinder betrauern – nicht ich!

00:32:54: Ich mach das schon mal so, wenn ich das Gefühl habe, Eltern schaffen das nicht.

00:32:58: Es ist vielleicht nicht ganz so würdig abgelaufen.

00:33:01: Dann machen wir es bei uns im Team auch schon mal.

00:33:03: Ich hatte gerade noch die Tage mit einer Kollegin das Gespräch ... Wo es um Zwillinge geht, weil ich gesagt dann machen wir das halt.

00:33:10: Dann würdigen wir diese Kinder und dann zünden wir eine Kerze an Und geben den Kindern sozusagen die Ehre.

00:33:19: Aber grundsätzlich ist es ja nicht mein sind das nicht meine Geschichten.

00:33:26: Wir haben jetzt über Fälle gesprochen vor allem so im Blick wo Das Kind im Mutterleib stirbt, das Herz nicht mehr schlägt egal wann in der Schwangerschaft.

00:33:35: Es gibt auch andere Fälle die du auch begleitest wo Eltern vor der Frage eines Schwangerschafts Abbruchs eine Abtreibung stehen und da selber in Verantwortung sind weil sie vielleicht sehr spät Eine ganz schwierige Diagnose bekommen.

00:33:51: jetzt wissen wir wie ethisch umkämpft, umstritten dieses Feld ist und es geht... Es ist ganz deutlich in allem was du erzählst.

00:33:59: Das ist ein Mensch von Anfang an.

00:34:00: Da geht's nicht um einen Zellklumpen.

00:34:02: Es geht um die Würde des Menschen, die in allen was du tust ja zum Ausdruck kommt auch das nicht geborenen Menschen.

00:34:08: Und trotzdem gibt es Dilemma-Situationen Die kein Mensch vorwegnemen kann indem man dann steht und wo sich Eltern auch entscheiden dann ein Kind nicht leben zu gebären, aus welchen Situationen heraus auch immer.

00:34:26: Und jetzt geht es gar nicht darum das zu diskutieren.

00:34:28: da gibt viele Gesichtspunkte.

00:34:30: aber du begleitest Menschen was erlebst du da?

00:34:33: Weil da kommt die Frage nach weißt Du was wir vorher hatten mit Scham und mit Schuld nochmal potenziert dazu weil man selber ja beteiligt ist?

00:34:41: Es ist nicht nur wie der Farnis sondern es ist noch mal ein Mit sich Verhalten dazu.

00:34:51: was ich erlebe ist, glaube ich etwas anderes als die Gesellschaft oft denkt, was da passiert.

00:34:57: Also ... Was ich erleben ist eine große Komplexität diese Entscheidungsprozesse vor denen die Eltern dann leider stehen.

00:35:07: Die haben ja auch gar keine Zeit überhaupt erst mal zu trauern dass ihr Kind schwer krank ist sondern es wird sofort Aktion erwartet.

00:35:16: Und das ist das, was ich als Schwierige empfinde.

00:35:21: Diese sofortigen Aktionen.

00:35:22: Man muss das ja erst mal sackten lassen und dann gucken, was machen wir damit?

00:35:28: Dann geht es eben darum wie gehe ich jetzt damit um.

00:35:30: Ich habe sehr oft Menschen bei mir sitzen Paare die sagen für uns kam das Thema nie in Frage und jetzt sitzen wir aber hier.

00:35:37: also wenn plötzlich in dieser Situation sind, da ist alle Theorie die ich vorher mal gedacht habe und das auch ein bisschen so eine Botschaft, die ich gerne nach draußen geben möchte hört auf diese Menschen zu bewerten.

00:35:49: Also oder zu sagen Ich würde so nicht entscheiden Niemand von uns kann dass sagen heute in diesem Moment weil wir nicht diese menschen in diesem in dieser Situation diesen Moment sind.

00:36:01: Und das sind ... Da passiert, da ist nicht nur irgendwie Zukunftsträume gehen kaputt, sondern da kommt auch ganz praktisch wer kümmert sich in zwanzig Jahren um dieses Kind?

00:36:11: wenn ich es nicht mehr kann was erlebt dieses Kind mit seiner schweren Erkrankung oder vielleicht auch Behinderung In der Gesellschaft und im eigenen Leben?

00:36:19: also Es ist auch ganz viel Dieses.

00:36:22: wir hören oft die Eltern haben sich gegen ihr kind entschieden.

00:36:24: Das kann ich tatsächlich so überhaupt nicht mittragen.

00:36:27: dass gibt es wohl mal.

00:36:29: Aber die Entscheidungen, die die Eltern treffen sind oft sehr für ihr Kind.

00:36:33: Weil sie ihrem Kind Leid ersparen möchten oder für lebende Geschwisterkinder, die es schon gibt.

00:36:39: Wer kümmert sich um die?

00:36:41: Und manchmal ist das auch aus Liebe zu sich selber, dass man sagt ich kann mir einfach gar nicht vorstellen, dass ich das schaffen kann.

00:36:49: und wer von uns will das verurteilen?

00:36:51: Das heißt, ich habe mich schon ganz lange aus dieser Frage würde auch so entscheiden wenn nicht eine Elternpaarbegleide rausgezogen weil dann wäre ich selber involviert.

00:37:01: Ich schaue nur dass die Eltern alle Diagnosemöglichkeiten bekommen haben, die sie brauchen um eine gute Grundlage für eine Entscheidung zu haben.

00:37:09: Ob Sie alles verstanden haben?

00:37:11: Ich habe Gott sei Dank heute ein großes Netzwerk.

00:37:13: das heißt wenn ich einen Elternpaar mehr mir sitzen habe wo ich glaube die verstehen manche Sachen noch gar nicht dann rufe ich einen meiner Prenataldiagnostiker die ich gut kenne an und sage hier die kannst du nochmal mit denen sprechen kann sich noch mal alles erklären noch einmal alles zeigen die brauchen einfach noch ein Wissen.

00:37:30: Und dann muss man, ich hab das Gefühl diese Menschen brauchen oft noch mehr Begleitung als die, deren Kinder einfach von alleine sterben.

00:37:38: Weil sie eben sich auch rechtfertigen müssen gegen gefühlt jeder Mann.

00:37:45: Das ist überhaupt so dass es oft Normen gibt, die dann herangetragen werden an Menschen der in einer Entscheidungssituation stehen, in denen niemand, in der niemand stehen möchte.

00:37:54: Auch andersrum wir hatten hier im Podcast auch schon Eltern Kinder mit Trisomie einundzwanzig, die so einen Druck erlebt haben.

00:38:03: Dein Kind ist klar das muss abgetrieben werden du darfst es gar nicht zur Welt bringen und dass So eine Entscheidung von außen erwartet wird und mir die Freiheit genommen wird Und eigentlich ich die Konsequenz gar nicht tragen kann er mich komplett überfordert fühle Ja da einfach einen Sinn dafür zu haben.

00:38:20: Es braucht Begleitung Respekt Achtung Dass wir Situationen nicht ja so Prinzipien theoretisch für klar erklären die oft

00:38:32: Wir sollten einfach aufhören, die anderen zu bewerten.

00:38:34: Also wir wollen ja selber auch nicht bewertet werden.

00:38:37: und welches Recht habe ich denn jemand anders für seine Entscheidung zu bewährten?

00:38:43: Und wenn wir damit aufhörn würden dann wäre es tatsächlich schon viel einfacher und wir würden damit den Eltern auch den Raum geben trauern zu dürfen Denn sie nehmen sich selbst ein bisschen das recht zaubern zu dürfen weil sie So ein bisschen hängen in diesem, ich hab die Entscheidung ja selber getroffen.

00:38:58: Das einen hat aber mit dem anderen gar nichts zu tun und sie kriegen es auch oft von außen gespiegelt ne?

00:39:03: Du bist ja selber schuld du hast ja so entschieden Und das bringt natürlich noch viel mehr Dilemma mit sich als wir sowieso schon haben.

00:39:11: Danke Bill geht er so darauf hinweist.

00:39:12: Ich finde das gerade wichtig Gerade wenn wir sehen Es geht nicht um werdende Eltern und auch nicht um werden des Leben.

00:39:18: Das Kind ist ein Mensch und die Eltern sind schon Eltern Und da geht's zum leben um Würde Auch die unantastbar ist.

00:39:27: Und Leichtfertigkeit ist überhaupt nicht geboten, aber eben Achtung und Respekt vor denen, die in diesen Situation sind.

00:39:35: Brick jetzt zu diesem Podcast gehört eine Rubrik, die heißt Hoffnungslose.

00:39:38: Neben dir steht ein Glas.

00:39:39: ich bitte dich das mal herzuziehen.

00:39:41: da sind so bunte Lose drin auf denen steht ein Spruch jeweils irgendein Zitat.

00:39:47: zieht doch mal eines raus Farbe nach freier Wahl was du eben so vorfindest Und ließ vor, was draufsteht.

00:39:55: Es kann ein Zitat sein aus der Weltliteratur ...

00:40:01: Aus

00:40:02: dem Glückskekskosmos oder auch aus der Bibel?

00:40:05: Schauen wir mal!

00:40:06: Schau

00:40:06: mal und dann

00:40:08: kommentiere einfach,

00:40:09: was du findest.

00:40:14: Hoffen heißt vom Leben falsche Vorstellungen haben von einem Gottfried Ben.

00:40:22: Ach ja.

00:40:24: Gottfried-Ben, Schriftsteller, müssen wir nicht vertiefen Aber den Satz finde ich jetzt auch raus.

00:40:30: Und aber du bist dran, es ist deinem Part?

00:40:34: Also so würde ich Hoffnung niemals definieren.

00:40:37: Auf Fernab von der Hoffnung die ich gerne Menschen geben möchte.

00:40:42: Ich find's komplett daneben!

00:40:43: Wer hat das ausgesucht?

00:40:44: Ich weiß nicht...

00:40:49: Das heißt ja eher dass sich falsche Vorstellung vom Leben haben, was hat mit hoffen nichts zu tun.

00:40:55: Es ist wohl so impliziert.

00:40:58: Hoffnung ist sowieso eine Illusion, so deutlich es ist jetzt mal.

00:41:01: Wenn du ne falsche Vorstellung hast zum Leben dann hoffst du halt.

00:41:04: wenn du die richtige hast dann bist du Realist und lässt das mit der Hoffnung mal schön sein.

00:41:08: Das halte ich für ein Fatalismus.

00:41:11: Ich sag eigentlich immer Hoffnung is der Anker in die Zukunft?

00:41:14: Das sind schöne Formulierungen!

00:41:17: Ist der Ancker in die?

00:41:20: Wenn ich das in unserem Thema so sehe, ist es wie ein Anker, den ich in die Zukunft werfe.

00:41:24: Dass es noch eine Zukunft für mich gibt.

00:41:26: Wie immer der auch aussehen will wird.

00:41:28: Das kann ich den Eltern ja nicht sagen.

00:41:30: Aber es wird eine geben und auch eine geben, die du selbst gestalten kannst.

00:41:34: Auch wenn da gerade so was existenzielles und furchtbares passiert ... Ich seh das eher als einen Anker in die Zukunft.

00:41:47: Einstellen, so einen Anker werfen.

00:41:49: Also kann man sich im ... So profilaktisch sage ich mal als Vorsorge schon auf künftige Trauersituationen einstellen?

00:41:59: Oder geht es nicht?

00:42:01: Ist das immer erst in der Situation

00:42:03: zu begleiten?

00:42:03: Ich glaube, dass geht nicht.

00:42:05: Es ist einfach wichtig, dass wir zum Einen uns klar sind, dass Wir keine Kontrolle haben und das ist ja auch gerade das was die Eltern diesen Moment erleben.

00:42:15: Wir glauben, wir können alles planen und kontrollieren.

00:42:18: Und dann wird das alles über den Haufen geworfen und haben vor uns noch so viel Mühe geben können und alles ist weg.

00:42:27: Das heißt sich eher darauf einstellen dass wir eben nichts kontrollieren können vor allen Dingen, dass wir jetzt leben und nicht in der Zukunft.

00:42:34: Also Leben findet immer jetzt in diesem Moment statt, weder in der Vergangenheit noch in fünf Minuten sondern jetzt in dem Moment wo wir beide hier sitzen, leben wir.

00:42:44: Gut das wir hier sitzen wirklich?

00:42:45: Genau finde ich auch!

00:42:47: Und sich das glaube ich viel mehr bewusst zu machen.

00:42:49: Wir sind viel zu sehr planar und zukunftlar usw.. Wir kennen das manchmal ja auch aus der Kirche oder zum Glauben.

00:43:00: Wenn später, wenn wir dann gestorben sind, erwartet uns das Paradies und das kennt diesen Erlösungsort haben viele hier auf der Erde.

00:43:08: Wenn ich erst mal eine Rente bin oder die Millionen hab ... Oder erst mal drei Kinder habe oder so was für uns als?

00:43:16: Dann geht's mir gut!

00:43:17: Wenn

00:43:18: der VfB-Deutsch ein Meister ist?

00:43:19: Genau!

00:43:21: Aber wenn ich da hinkomme zu sagen ... Es geht mir jetzt gut.

00:43:24: In diesem Moment, wo ich lebe und in diesem Moment gestalte Ich dann ist das glaube ich Dann kommen wir auch mit dem zurecht.

00:43:31: Und wenn wir diesen hoffnungsanker in der zukunft haben sag ich mal der für mich bedeutet egal was passiert?

00:43:38: Ich kann das schaffen weil ich vielleicht Das ereignis selber nicht kontrollieren kann aber ich kann danach gestalten wie ich damit umgehe.

00:43:47: Dann wäre dass mein weg in die zukunft zu schauen.

00:43:53: Ja, Birgit.

00:43:53: Vielen Dank!

00:43:54: Wir könnten noch lange reden.

00:43:56: Aber ich glaube wir müssen so langsam die Kurve kriegen.

00:44:00: Ich danke dir sehr für den sehr persönlichen Austausch bis hierher.

00:44:04: Ich hätte zum Schluss noch drei Satz anfangen.

00:44:06: würde ich dich bitte zu vollenden.

00:44:09: Erster Satz wenn Trauerphasen schwer sind Sind sie denn auch wertvoll?

00:44:14: Weil

00:44:16: weil ich finde dass es gar keine Trauer Phasen gibt Sondern Trauer ist einfach Teil unseres Lebens also integriert, das heißt es besteht neben fröhlich sein traurig sein.

00:44:31: Also alle Gefühle ist ja das was die Tiefe in unser Leben bringt sonst wäre's ja oberflächlich.

00:44:37: Trauer auch nicht als etwas was man einfach mal abhakt.

00:44:39: jetzt ist vorbei.

00:44:43: Zweiter Satz einem paar mit unerfülltem Kinderwunsch rate ich?

00:44:50: Ich würde Ihnen vielleicht raten zu versuchen dich alleine dadurch zu gehen jemanden zu finden, der ihn ganz wertungsfrei begegnet und ihm hilft den Raum für diese Trauer aufzumachen.

00:45:03: Das ist auch eine große Trauer die diese Paare haben Und dann genau wie jeden anderen Verlust den ich habe Ein Weg zu finden Wie mein Leben trotzdem ein gutes sein kann.

00:45:20: Der letzte Satz birgit zurück zu dir persönlich.

00:45:24: in zehn Jahren Will ich von mir sagen können, wenn du den Anker so der Hoffnung in der Zukunft hast?

00:45:35: Oh je die Frage hat mir noch niemand gestellt.

00:45:38: Ich habe noch nie darüber nachgedacht.

00:45:41: Ich möchte eigentlich grundsätzlich immer von mir dass ich alles getan habe was möglich war.

00:45:45: Ich

00:45:47: finde du tust sehr viel was möglich ist und wofür viele dankbar sind.

00:45:51: Ich wünsche dir vom Herzen das du die Energie die Kraft diese Sensibilität bewahrst auch ja diese Hoffnungsengelsberufung weiterzuleben.

00:46:03: Alles Gute dir Birgit, danke fürs hier sein!

00:46:06: Danke Steffen

00:46:08: und das wünsche ich euch auch dass ihr was auch immer ihr erlebt und erleiden mögt, dass ihr eine hoffnung habt die euch trägt und in diesem Sinne viel freude beim weltverändern in allem was auf euch zukommt.